Ablehnung des Parlaments
Haitis designierter Ministerpräsident fällt durch

In Haiti hat sich die innenpolitische Krise verschärft. Der von Präsident René Préval als neuer Ministerpräsident nominierte Ericq Pierre fiel am Montag im Parlament durch.

HB PORT-AU-PRINCE. Gegen den 63 Jahre alten Ökonom und Mitarbeiter der in Washington ansässigen Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) Ericq Pierre stimmten 51 Abgeordnete, nur 35 waren für seine Ernennung, neun enthielten sich der Stimme, berichtete die lokale Nachrichtenagentur Haiti Press.

Der noch amtierende Regierungschef Jacques-Edouard Alexis war im April nach Unruhen wegen gestiegener Lebensmittelpreise abgesetzt worden. Préval muss jetzt gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern nach einem neuen Kandidaten suchen.

In einer ersten Reaktion bezeichnete ein ausländischer Diplomat die Lage in dem ärmsten Land Lateinamerikas als sehr schwierig. „Derzeit werden keine Entscheidungen getroffen. Wertvolle Zeit geht verloren“, sagte er.

Schon die Suche nach einem Nachfolger des noch amtierenden Premierministers Jacques-Edouard Alexis hatte Wochen gedauert. Im Senat hatte Pierre am Mittwoch vergangener Woche die Mehrheit erhalten.

Pierre, seit vielen Jahren ein Vertrauter von Preval, hatte angeblich nicht hinreichend seine haitianische Herkunft belegt, hieß es am Montag in lokalen Presseberichten. Er sollte Alexis nachfolgen, der Mitte April vom Senat abgesetzt worden war, weil er keine Lösung für die steigenden Lebensmittelpreise in dem Armenhaus Amerikas gefunden hatte.

Wegen der Teuerung der Lebensmittel war es Anfang April in Haiti zu gewalttätigen Unruhen gekommen, bei denen sechs Menschen ums Leben kamen.

Tausende vorwiegend junge Leute plünderten in der Hauptstadt Geschäfte, Banken und Privathäuser und forderten den Rücktritt der Regierung. Nachdem der Senat Alexis abgesetzt hatte, flauten die Proteste ab.

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