Absage von Delegation Nordkorea sorgt für neuen Unmut bei Südkorea

Süd- und Nordkorea hatten sich zuletzt nach langer Funkstille angenähert. Am Samstag wollte Pjöngjang eine Delegation in den Süden schicken. Doch die Nordkoreaner haben die Entsendung wieder abgesagt.
Update: 20.01.2018 - 15:17 Uhr Kommentieren
Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele sollen nach dem Willen beider Regierungen die Athleten aus Süd- und Nordkorea zusammen einlaufen. Quelle: AP
Trotz politischer Krise

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele sollen nach dem Willen beider Regierungen die Athleten aus Süd- und Nordkorea zusammen einlaufen.

(Foto: AP)

SeoulNordkorea wird endgültig an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Nach einem Treffen von Vertretern aus Nord- und Südkorea mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) am Samstag in Lausanne teilte IOC-Chef Thomas Bach mit, dass insgesamt 22 Sportler aus Nordkorea bei den Wettbewerben im Februar im Nachbarstaat antreten werden. Sie werden von 24 Trainern und Funktionären begleitet.

Die Sportler werden in fünf Disziplinen vertreten sein, darunter ist auch ein mit Südkorea gemeinsam gebildetes Frauen-Eishockeyteam. Außerdem starten Nordkoreaner im Eiskunstlauf, Shorttrack, Ski Alpin und Skilanglauf. Bei der Eröffnungsfeier am 9. Februar werden die Delegationen beider Länder unter dem Namen Korea in das Stadion einlaufen.

Zuvor hatte Nordkorea allerdings für neuen Ärger zwischen den beiden Ländern gesorgt. Nordkorea sagte nach Angaben Südkoreas am Freitagabend überraschend die am selben Tag angekündigte Entsendung einer Vorausdelegation ab. Am Samstag forderte Südkorea eine Erklärung für die Absage. Südkorea habe über den Grenzort Panmunjom ein entsprechendes Schreiben an den Norden geschickt, sagte Vereinigungsminister Cho Myung Gyon vor Journalisten in Seoul.

Süd- und Nordkorea hatten sich zuletzt nach langer Funkstille angenähert. Der Norden hatte zugesagt, neben einer Regierungsdelegation und Athleten auch eine Fangruppe, Künstler sowie ein Taekwondo-Showteam zu den Winterspielen im Februar zu schicken. Die erste konkrete Einigung betraf dann den Auftritt eines 140-köpfigen Orchesters aus Nordkorea im kulturellen Rahmenprogramm von Olympia.

Nordkorea wollte am Samstag über die stark befestigte Grenze zwischen beiden Ländern eine siebenköpfige Delegation schicken, um die geplanten Auftrittsstätten in der Hauptstadt Seoul und Gangneung zu inspizieren. In Gangneung an der südkoreanischen Ostküste finden die olympischen Eiswettbewerbe statt. Ob Nordkorea den Auftritt des Orchesters platzen lässt, war zunächst unklar. Bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele sollen nach dem Willen beider Regierungen die Athleten aus Süd- und Nordkorea zusammen einlaufen.

Am Samstag ist zudem ein Treffen beim Internationalen Olympischen Komitee geplant, bei dem über Nordkoreas Teilnahme an den Spielen beraten werden sollte.

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  • dpa
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