Abschaffung von Obamacare : Steuernachlässe statt Versicherungspflicht

Abschaffung von Obamacare
Steuernachlässe statt Versicherungspflicht

Die Abschaffung von Obamacare ist eines von Trumps Wahlversprechen. Nun bringt ein Gesetzesentwurf ein neues System auf den Weg. Doch der Entwurf ist selbst in den Reihen der Republikaner umstritten.
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WashingtonDie US-Republikaner haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama rückgängig gemacht und durch ein neues System ersetzt werden soll. Der Entwurf sieht vor, wesentliche Teile des Affordable Care Acts Obamas, auch bekannt als „Obamacare“, abzuschaffen. Dazu soll auch die Versicherungspflicht gehören.

An die Stelle staatlicher Zuschüsse soll eine freiwillige Krankenversicherung treten, die mit Steuernachlässen zwischen 2000 und 4000 US-Dollar begünstigt werden soll. Bleiben soll die Verpflichtung für Versicherer, Menschen unabhängig von ihren Vorerkrankungen aufzunehmen. Auch die Möglichkeit für junge Leute, bis zum Alter von 26 Jahren bei ihren Eltern versichert zu bleiben, soll erhalten bleiben.

Der Entwurf ist auch innerhalb der Republikaner umstritten. Noch in dieser Woche soll in den Ausschüssen darüber abgestimmt werden. Als größte Hürde gilt jedoch der US-Senat, wo die Republikaner nur eine knappe Mehrheit haben. Aus den Reihen der republikanischen Senatoren hatte sich erheblicher Widerstand gegen den Entwurf geregt.

Der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, sagte, der Entwurf senke Kosten, treibe den Wettbewerb an und würde jedem Amerikaner einen Zugang zu bezahlbarer Gesundheitsvorsorge geben.

Innerhalb der republikanischen Partei wurde jedoch Kritik laut, dass der Gesetzesentwurf Obamacare nicht offensiv genug aufhebt. „Das sieht für mich immer noch wie „Obamacare light“ aus“, sagte der Abgeordnete für den Staat Kentucky, Rand Paul. Das müsse besser werden.

Die Abschaffung von Obamacare war eines der Wahlkampfversprechen von Donald Trump. Viele Amerikaner sind auf die Gesundheitsversorgung angewiesen, vor allem Geringverdienende, die mit der Variante Medicaid eine Art Grundversorgung erhalten. Andere halten die Beiträge für Obamacare für zu hoch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Zwangsversicherungen treiben immer die Kosten, ich denke darum geht es in der Hauptsache. Der"American way of life" steht dem auch entgegen.

    Die Zwangsversicherung hat in Deutschland einige Verwerfungen verursacht,
    So verarmen Leute in kurzer Zeit, wenn sie die Beiträge für Selbstständige zwangsweise bezahlen sollen.

    Die in ihrer Masse verarmten Deutschen, sollte man ohnehin nicht nicht, denn Frau
    Merkel rechnet z. B. die Rentenansprüche zum Vermögen.

  • Herr Narrog, informieren Sie sich erstmal, bevor Sie irgendwelchen Unsinn posten, der gerne von der Systempresse lanciert wird (wir sind die Reichsten, deshalb ist es unsere Pflicht, die ganze Welt zu alimentieren), dadurch aber nicht unbedingt wahr wird. Das Nettoeinkommen, insbesondere auch der unteren Schichten, ist in den USA ca. 50% höher als in D. Ob sie davon dann einen Teil in eine KV einbezahlen s, sollte man jedem selbst überlassen, das ist traditionell "American way of life"

  • Wenn man den Gedanken "An die Stelle staatlicher Zuschüsse soll eine freiwillige Krankenversicherung treten, die mit Steuernachlässen zwischen 2000 und 4000 US-Dollar begünstigt werden soll." liest, dann erscheint das geplante System nicht optimal.

    Mit einem Steuerabzug werden Wohlhabende die sich eine ärztliche Behandlung ohnehin leisten können mehr gefördert, weniger Wohlhabende stehen nach wie vor vor einer herausfordernden Situation.

    Das Dilemma der US Gesellschaft, dass die Einkommen bei vielen Menschen niedriger sind als in D und die Behandlungskosten signifikant höher wird nicht angegangen.

    Gerade die sehr hohen Behandlungskosten und Medikamentenkosten sind meines Erachtens die Hauptherausforderung des US Gesundheitssystems.

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