Abschied von Europa: Deutsche Wirtschaft droht mit Investitions-Stopp

Abschied von Europa
Camerons EU-Pläne alarmieren Ökonomen

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Deutsche Wirtschaft droht mit Investitions-Stopp

Der Chefvolkwirt der Dekabank, Ulrich Kater, sieht vor allem massive Probleme auf Großbritannien bei einem EU-Austritt zukommen. „Das Vereinigte Königreich würde außerhalb der EU versuchen, eine Art Schweiz, allerdings mit Weltgeltung, zu werden“, sagte Kater Handelsblatt Online. „Letzteres wird angesichts der sich neu formierenden politischen Blöcke in der Welt und eines schwindenden Rückhalts der USA wenig realistisch sein.“ Und auch Ersteres werde schwierig werden. „So hat Großbritannien nicht die industrielle Basis wie etwa die Schweiz und die bevorzugten Zugangsregeln zum Binnenmarkt, die die Schweiz genießt, die den Briten aber außerhalb der EU nicht eingeräumt werden würden“, erläuterte Kater. „Auch Regulierungsvorteile im Finanzsektor können leicht unter die politischen Raeder geraten, wie die Auseinandersetzungen mit der Schweiz in den letzten Jahren gezeigt haben“, fügte der Bankenvolkswirt hinzu.

Der renommierte Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte gab zu bedenken, dass sich Großbritannien schon aus historischen Gründen nie wirklich zu 100 Prozent als europäische Nation gesehen habe. Gleichzeitig sei es aber den Eliten in England sehr bewusst, dass sie die EU benötigen. "Es ist schwer vorstellbar, dass Cameron unqualifiziert den Austritt aus der EU zur Abstimmung stellen wird", sagte Otte Handelsblatt Online. "Großbritannien will und muss seinen Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten."

Das Land wünsche sich eine Freihandelszone und ansonsten weniger Regulierung. "Letztlich kann diese Haltung zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten oder einem „Europa a la carte“ führen", sagte Otte. Gleichwohl würde dies sogar "Reformchancen" für Europa beinhalten, ist sich Otte sicher. Ein solches Modell sei 1994 bereits von Wolfgang Schäuble vorgeschlagen worden. "Nach heftiger Kritik von Helmut Kohl ist Schäuble allerdings zu einem vehementen Vertreter des einheitlichen Europa geworden."

Die deutsche Wirtschaft reagierte besorgt auf die Cameron-Pläne: „Für Deutschland wäre ein solcher Austritt mit Schmerzen verbunden. Immerhin ist das Land in den Top 5 unserer Handelspartner“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann  dem Handelsblatt. Mit einem EU-Austritt würde sich Großbritannien aber vor allem selbst schaden, so Driftmann. Die Stimme der Briten in der Welt würde erheblich an Gewicht verlieren.

Die negativen wirtschaftlichen Folgen  für die Briten sind laut Driftmann schwerwiegend. „Durch einen Austritt fielen Vorteile des europäischen Binnenmarktes für die Briten weg. Zudem müssten sie eine Vielzahl neuer Handelsabkommen abschließen - ob mit der neuen EU oder den Drittstaaten, mit denen die EU bereits Vereinbarungen hat“, sagte der DIHK-Präsident. Er hoffe daher, dass sich die Briten letztlich für die EU entscheiden würden.

Der DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann zeigte sich überdies überzeugt, dass deutsche Unternehmen mit neuen Investitionen zögern würden. „Kapital ist ein scheues Reh. Da müssen die Briten wirklich aufpassen. Die schneiden sich ins eigene Fleisch“, sagte Schumann der Nachrichtenagentur Reuters.

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  • @Merkle
    Sie treffen den Nagel voll auf dem Kopf. Die FDP hat das Freiheitsdenken schon vor vielen Jahren vollkommen verloren, und mit dieser Mannschaft ist kein Blumentopf zu gewinnen. Die letzte große Leistung der FDP war das abjagen von Leihstimmen von der CDU bei der letzten Landtagswahl. Nun kommt noch die geschmacklose Dirndlgeschichte auf diese Partei zu.

    Camerons EU-Pläne hat die abgewirtschaftete EU mit ihren ausufernden Transferleistungen wie in einem Tiefschlaf total überrascht.

    Cameron hat recht, die EU läuft in die falsche Richtung. Weniger Bürokratie und insbesondere weniger Transferzahlungen bedeuten mehr Selbständigkeit. Diese Schatten-EU-Minister und EU-Regierung in Brüssel braucht kein Bürger in Europa. Vielleicht hat Merkel dies erkannt und will Cameron als Partner für Reformen in der EU gewinnen.

    Schade, dass wir ein so enges Verhältnis mit Frankreich haben. Mit Hollande gehen Reformen in der EU in die falsche Richtung und er erinnert mich an Erich Honecker mit seiner engstirnigen Planwirtschaft.

    Der Euro war ein Fehler und er hat ausgedient.

  • Nach Schweden gehe ich um die Wohltaten der Sozialisten zu genießen. Leistungsträgern wird durch hohe Steuern das Leben schwer gemacht.

  • Cameron, wie auch alle anderen in der Öffentlichkeit stehenden, unterliegen, wie aus den Foren hier deutlich wird, einem entscheidenden Tabu: Es ist unmöglich, eine sachliche Kritik am Gutmenschentum zu führen. Mit ihm legitimieren sich aber viele EU-Funktionäre und Politiker der Mitgliedstaaten einschließlich Merkel. Wer vermag schon jemanden entgegenzutreten, der es dem Anschein nach gut meint. Dieses Tabu schleppen die Europäer schon seit langem mit sich herum. Wenn man aber das Gutmenschentum schon nicht kritisieren kann, dann sollte man wenigstens auf die historischen Fakten verweisen dürfen, wozu Gutmenschentum geführt hat, um so für Wachsamkeit im Unterschied von gut gemeint und gut gemacht zu sorgen. Der Sozialismus sowieso, aber auch die einigermaßen demokratische Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, alle haben sich zuerst durch Gutmenschentum legitimiert und dann mehr und mehr in die Versklavung und schließlich in eine Katastrophe geführt. Immer wurden zuerst Demokratie und Freiheit einem Ziel geopfert, in der Regel dem Wohlstand. Der Frieden ist nebenbei mit untergegangen.
    So etwas findet zurzeit in der EU statt und das haben auch schon viele erkannt, ohne sich dafür ob des Tabus das nötige Gehör im kritischen Umgang damit verschaffen zu können. Wenn „gut gemacht“ aber der Gegenbeweis für „gut gemeint“ ist, dann wird deutlich: Allen Politikern, die uns ihre Wohlstandspläne verkaufen wollen, müssen wir misstrauen. Allein diejenigen, die Demokratie und wirkliche Freiheit bewahren, sollten wir uns erhalten und welche das sind, dafür sprechen die Fakten, denn Wohlstand und Frieden stellen sich gemeinsam von selbst ein, wenn Demokratie und Freiheit herrschen. Wenn aber Demokratie und Freiheit geopfert werden, wie es in der EU-Politik eindeutig der Fall ist, müssen wir konsequent gegensteuern, selbst wenn dabei ganze Institutionen wie die EU wegfallen, denn sonst gerät alles andere in Gefahr. Besser keine Politik, als eine nur gut gemeinte.

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