Abschied von Helmut Kohl
Juncker plant in Straßburg europäischen Staatsakt für Kohl

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Deutsche Nationalmannschaft spielt in Trauerflor

Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird in ganz Deutschland an Kohl erinnert. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein weiteres im Internet ein. Von Sonntag an liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Der frühere SPD- Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der „Welt am Sonntag“ dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag mit Genehmigung der FIFA beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen.

Im Gedenken an Kohl versammelten sich am Samstagabend etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers in Ludwigshafen. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein. Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt. Politiker aus dem In- und Ausland ehrten Kohl als großen Staatsmann und würdigten seine Verdienste um die Deutsche Einheit und Europa. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Kohl am Freitag als „großen Europäer“ und als „Glücksfall für uns Deutsche“ bezeichnet. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Dort traf sie am Samstag Papst Franziskus. Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als „großen Staatsmann“ gewürdigt.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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