Abschied von Kriegen wie im Irak: Obama will nur noch Wirtschaftspräsident sein

Abschied von Kriegen wie im Irak
Obama will nur noch Wirtschaftspräsident sein

US-Präsident Barack Obama hat das offizielle Ende des Kampfeinsatzes im Irak verkündet und die Ankurbelung der Wirtschaft zur zentralen Aufgabe des amerikanischen Volkes erklärt. In einer zur besten Sendezeit direkt übertragenen Rede sagte Obama am Dienstag, er sei Stolz auf die Leistung der amerikanischen Streitkräfte. Die USA würden weiter dem Irak beistehen. Nun sei die Wiederherstellung der amerikanischen Wirtschaft die dringendste Herausforderung.
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HB WASHINGTON. „Das irakische Volk trägt jetzt die Hauptverantwortung für die Sicherheit seines eigenen Landes“, erklärte Obama in der Übertragung aus dem Weißen Haus. Er saß am selben Schreibtisch, von dem aus George W. Bush 2003 den Beginn des Kriegs bekanntgegeben hatte. Obama wies darauf hin, dass er mit dem Ende des Kampfeinsatzes ein Wahlversprechen erfüllt habe. Die USA hätten einen gewaltigen Preis gezahlt, um die Zukunft des Irak in die Hände seines Volkes zu legen. „Während dieses bemerkenswerten Kapitels in der Geschichte der Vereinigten Staaten und des Iraks sind wir unserer Verantwortung gerecht geworden.“ Nun sei es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Etwa sieben Jahre nach dem Einmarsch in den Irak haben die USA nun noch 50 000 Soldaten dort stationiert. Sie sollen sich nun auf die Ausbildung der einheimischen Streitkräfte konzentrieren. Der komplette Abzug ist für Ende 2011 geplant. Zwar wurde durch den Krieg der Diktator Saddam Hussein gestürzt. Über 100 000 Zivilisten kamen jedoch bei den Kämpfen ums Leben, mehr als 4400 US-Soldaten wurden getötet. Der Krieg kostete den USA bislang fast eine Billion Dollar. Die Bildung einer stabilen Regierung ist immer noch nicht gelungen.

Auf den Krieg in Afghanistan ging Obama vergleichsweise kurz ein. Die US-Truppen seien nur „für eine begrenzte Zeit“ dort, sagt er. Zwar werde die Geschwindigkeit des Abzugs von den Bedingungen vor Ort abhängen. Der Abzug selbst werde jedoch auf jeden Fall eingeleitet.

Wenige Wochen vor den Kongresswahlen Anfang November sind nicht die Kriege in Afghanistan und Irak das zentrale Thema der amerikanischen Politik, sondern die schwierige wirtschaftliche Lage. „Heute ist unsere dringendste Aufgabe die Wiederherstellung unserer Wirtschaft“, erklärte Obama in seiner Rede weiter. Dies werde schwierig sein. „Aber in den kommenden Tagen muss das unsere zentrale Aufgabe als Volk sein und meine zentrale Verantwortung als Präsident.“

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  • Unglaublich, diese Verlogenheit, dieser heuchlerische Pathos! Warum verliert dieser Mann nicht ein Wort über die Opfer der iraker? Warum spricht er nicht von Falludscha und den verkrüppelten babys, der Krebsplage, die seine verseuchten Waffen und seine mörderischen Soldaten hinterlassen haben? Warum nicht vom Chaos und dem bürgerkrieg, den er als stolzer Oberbefehlshaber vertritt und der die iraker noch lange bluten lassen wird? Warum spricht er nicht vom Raub der althistorischen Schätze aus irakischen Museen? Kein Wort über die Millionen Vertriebenen, die Enduring Freedom hinterlassen hat!
    Wo sind die Amerikaner, die ihm ins Gesicht spucken? Wo sind die Deutschen, die ihm die Freundschaft aufkündigen, weil er so unverschämt lügt? Wo ist das Nobelkommittee, das ihm den besudelten Preis aberkennt, und den Preis am besten abschafft, weil er für immer besudelt bleiben wird? Naja, vielleicht gibt es einen nächsten Kandidaten, der ihn ablehnt, weil er nicht in die Tradition von Heuchler Obama treten will. bleiben nur Gebete für Herrn Oabama, bush, Cheney, Rumsfeld, Merkel (jawohl, auch sie hat wider besseren Wissens mitgeklatscht) und wie die Zyniker alle heißen. Aber dei Gebete will ich lieber nicht aufschreiben, die wären schwere Kost.

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