Abschluss des Indonesien-Besuchs
Merkel besucht Tsunami-Frühwarnzentrum

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Abschluss ihres knapp zweitägigen Besuchs in der indonesischen Hauptstadt Jakarta das mit deutscher Hilfe errichtete Tsunami-Frühwarnzentrum besucht.
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JakartaZum Abschluss ihres Besuches in Indonesien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch das Tsunami-Frühwarnzentrum in Jakarta besichtigt. Die Einrichtung arbeitet mit einem deutschen System, das vom Geoforschungszentrum Potsdam entwickelt wurde. Das Frühwarnsystem wurde nach der verheerenden Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 aufgebaut, die mehr als 230.000 Menschen in Südostasien das Leben gekostet hatte. Die Bundesregierung stellte mehr als 53 Millionen Euro für den Aufbau und die Optimierung bereit.

Drei Jahre nach dem Aufbaubeginn wurde GITEWS (German Indonesian Tsunami Early Warning System) 2008 in Betrieb genommen und im März 2011 vollständig in die Kompetenz Indonesiens übergeben. Deutsche Experten beteiligen sich aber weiter an der Optimierung des Systems sowie an Schulungen vor Ort. Das GITEWS, das seismische Messungen, GPS-Daten und Pegel-Messungen extrem schnell und präzise auswerten kann, ist eines der effektivsten Tsunami-Frühwarnsysteme. Es ermöglicht dank rund 300 Messstationen eine Warnung in weniger als fünf Minuten nach einem Seebeben.

Das System arbeitet mit Informationen aus Seismographen, GPS-Stationen und Bojen, die den Wasserpegel messen. Die Daten werden mit einer besonderen Software in ein Lagebild umgesetzt, das Warnungen für die betroffenen Küstenabschnitte herausgibt. Diese werden dann an Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr und lokale Behörden geschickt, die die Bewohner informieren.

Im vergangenen Jahr war das Frühwarnsystem vollständig an Indonesien übergeben worden. Deutsche Forscher sind aber weiter regelmäßig für Fortbildungen vor Ort in Jakarta. Indonesien ist besonders durch Flutwellen gefährdet. Vor der Küste der Insel Sumatra bis zur Insel Flores im Osten Indonesiens läuft bogenförmig am Meeresboden der Sundagraben, an dem sich häufig Erdbeben ereignen. Da viele Küstengebiete nah an dieser Zone liegen, bleibt für Warnungen nur wenig Zeit. Auch die schnelle Evakuierung der Bevölkerung im Notfall ist eine schwierige Aufgabe, an deren Lösung auch deutsche Forscher mitarbeiten.

Am Morgen traf sich die deutsche Regierungschefin mit Gewerkschaftern, Menschenrechtlern und Journalisten, um mehr über die alltägliche Situation der Bevölkerung in dem viertgrößten Land der Erde zu erfahren. Bevor die CDU-Vorsitzende abreist, sollte sie noch an einem Mittagessen mit Vertretern der einheimischen Wirtschaft teilnehmen. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono wird dazu ebenfalls erwartet. Die Kanzlerin wird am späten Mittwochabend wieder in Berlin landen.

Deutschland und Indonesien unterhalten seit 60 Jahren diplomatische Beziehungen. Indonesien hat rund 240 Millionen Einwohner und ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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