Abschlussbericht
Kundus-Untersuchung nach zwei Jahren beendet

Die Bombardierung eines Tanklasters in Nordafghanistan hat den sogenannten Kundus-Untersuchungsausschuss rund zwei Jahre beschäftigt. In der kommenden Woche will das Gremium seinen Abschlussbericht übergeben.
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BerlinNach fast zwei Jahren hat der Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestags seine Arbeit abgeschlossen. Das Gremium tagte am Donnerstag in Berlin zum letzten Mal, in der nächsten Woche sollen der Abschlussbericht und die abweichenden Bewertungen der Opposition an Bundestagspräsident Norbert Lammert übergeben werden.

Der Ausschuss war nach dem von einem Bundeswehroberst befohlenen Bombardement zweier von den Taliban entführten Tanklastern in Nordafghanistan eingesetzt worden. Dabei waren nach Erkenntnissen der Bundeswehr 91 Menschen getötet und 11 verletzt worden. Die Kundus-Affäre kostete einen Minister, einen Staatssekretär und den Generalinspekteur ihre Jobs.

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der nach der Bundestagswahl 2009 ins Arbeitsministerium wechselte, trat im Zuge der Affäre zurück. Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) entließ Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert, weil er sich von ihnen unzureichend informiert fühlte.

Die Koalition entlastet Guttenberg in ihrem Abschlussbericht von dem Vorwurf des Bauernopfers. Die Entlassung seiner beiden Spitzenberater sei „rechtlich und politisch einwandfrei“ gewesen. Die Opposition hat den Koalitionsbericht bereits scharf kritisiert und eigene Bewertungen vorgelegt. Nach der Übergabe des Berichts an Lammert soll eine Plenardebatte angesetzt werden.

Neben Guttenberg, Schneiderhan, Wichert und Jung sagten auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier vor dem Gremium aus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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