Abstimmung am 14. September
Fischer wirbt in Schweden für Euro

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat in Schweden für die Einführung des Euro geworben. Bei einer Konferenz auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland wies Fischer am Dienstag vor allem Befürchtungen zurück, der Beitritt zur Europäischen Währungsunion untergrabe den Wohlfahrtsstaat und führe zu einem Verlust an demokratischen Rechten.

Reuters VISBY. „Wir in der Europäischen Union - Deutschland, Frankreich und Schweden - glauben alle an den Sozialstaat, und das wird sich auch mit dem Euro nicht ändern“, sagte Fischer in seiner auf Englisch gehaltenen Ansprache. Es sei außerdem nicht zu befürchten, dass die Gemeinschaftswährung ein Schritt in Richtung eines europäischen Super-Staates sei. „Deutsche sind Deutsche, und Schweden sind Schweden, aber wir müssen unsere Anstrengungen im 21. Jahrhundert vereinen“.

Er wies zugleich auf die Nachteile hin, die in Deutschland die nationale Währung mit sich gebracht habe. „Mit der Deutschen Mark hatten wir extreme Schwankungen der Wechselkurse, was natürlich die wirtschaftliche Entwicklung und die Zinsen beeinflusst“, sagte Fischer. „So gesehen waren wir niemals unabhängig.“ Die Haushaltsprobleme Deutschlands resultierten zudem nicht aus dem Beitritt zur Euro-Zone, sondern unter anderem aus der Wiedervereinigung.

Die Schweden entscheiden am 14. September in einem Referendum, ob sie die heimische Krone zu Gunsten des Euro aufgeben. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Gegner einer Änderung mit 48 Prozent deutlich vor den Befürwortern, die auf 31 Prozent kommen. Kritiker verweisen darauf, dass im Vergleich zur Euro-Zone insgesamt in Schweden das Wirtschaftswachstum höher, die Arbeitslosigkeit niedriger und die Staatsfinanzen gesünder sind. Befürworter der Euro-Einführung versprechen sich davon zusätzliche Konjunktur- und Beschäftigungsimpulse sowie ein größeres Gewicht ihres Landes innerhalb der EU.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%