Abstimmung über Sparpaket
Juncker droht Griechenland mit scharfen Konsequenzen

Der Chef der Eurogruppe gibt Griechenland keine Wahl: Falls das Parlament den rigorosen Sparkurs nicht mit trägt, müsse man sehr erhebliche und Griechenland negativ betreffende Entscheidungen treffen.
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BrüsselDer Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, hat mit drastischen Worten vor einem Scheitern der Haushaltssanierung in Griechenland gewarnt und dem Land mit harten Konsequenzen gedroht. Mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung über das rigorose Sparpaket im Athener Parlament sagte Juncker: „Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung die Mehrheit im Parlament haben wird“, sagte Juncker in Brüssel. „Falls nicht, sind wir in einervöllig anderen Gesamtgemengelage.“ Dann„werden wir zu sehr erheblichen, Griechenland negativ betreffenden Gesamtentscheidungen kommen müssen. Dies wünsche ich weder Griechenland noch uns selbst.“

Gleichzeitig machte Juncker deutlich, dass es im Falle eines Scheiterns des radikalen Sparpakets keinen Alternativplan gebe. „Niemand in Griechenland sollte hoffen, dass es so etwas wie einen Plan B gibt. Griechenland muss liefern. Wir im übrigen auch.“

Für die bevorstehende Abstimmung über die rigorosen Sparpläne im Athener Parlament gab sich Juncker zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass die griechische Regierung die Mehrheit im Parlament haben wird“, sagte er in Brüssel.

Juncker riet:„Europa täte gut daran, den Griechen ihr Handwerk zu erleichtern dadurch, dass wir weniger lärmig und weniger herabschauend über griechische Menschendiskutieren und urteilen.“ Er habe „größtes Verständnis“ für Griechen, die meinten, für eine Krise zahlen zu müssen, mit der sie eigentlich nichts zutun hätten. Juncker fügte hinzu:„Griechenland muss sich strukturell, befindlichkeitsmäßig, seriositätsmäßig und ordnungspolitisch sehr verändern, damit es den Sprung in die Zukunft schafft.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich gestern Abend daraufgeeinigt, die für Griechenlandbestimmten EU-Fördergelder schneller auszuzahlen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte vorgeschlagen,auf diese Weise eine Milliarde Euro zu mobilisieren. Mit der vorgezogenen Auszahlungen aus den Fördertöpfen der EU soll die Konjunktur des in der Rezession steckenden Landes belebt werden.

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  • Wenn griechenland bankrot ginge dann moessten die deutschen banken c.a. 1,5 bilionen in CDS bezahlen. D.h. das ganze Banken system deutschlands wird ausfallen. Das die deutsche banken cds fuer griechiesche anleihen ausgestellt haben ist griechenland nicht schuldig, auserdem dass deutsche banken, und nicht nur, nackte CDS ( d.h. ohne deckung an Anleihen ) ausgestellt haben und damit Derivatives gebildet haben die im letzten jahr enorme gewinne erzielt haben und ihre bilanzen kuenstlich saniert haben ist wieder griecheland nicht schuld. Alle speculieren jetzt auf griechelands vergangenen suenden. Niemand will wirklich das land helfen aus diese katastrofe heraus zu kommen. Das ist kein gemeinschaft das ist ausbeutung.

  • Wenn Griechenland den Sparplänen zustimmt, dann werden sie von China aufgekauft. Dann gehört Griechenland (wie Hong Kong) zu China.

    Wollen die Griechen das? So dumm sind sie sicher nicht. Aber wer weiß, wie das Parlament entscheidet.

  • Juncker will keinen Hair-Cut, da dieser besonders Luxembourg stark treffen würde, stärker wie jeder andere Staat in der EU. Es wäre vielleicht der Todesstoß für den Finanzplatz Luxembourg, insbesondere wenn die Privatanleger (überwiegend Schwarzgeld) ihre Konten leeren würden.

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