
DÜSSELDORF. In diesem Fall würde die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatsanleihen ab 2011 nicht mehr als Sicherheiten für Bankeinlagen anerkennen. Die anderen beiden großen Ratingagenturen, Fitch und Standard & Poor's, haben griechische Staatsanleihen bereits mehrfach herabgestuft.
Sollte die Regierung in Athen die der EU zugesagten Haushaltsreformen nur teilweise umsetzen, dann drohe ihr eine Herabstufung auf "Baa1". Schon bei geringen Abstrichen an dem Sparprogramm sei in den kommenden Monaten die Note "A3" zu erwarten, erklärte die Agentur. Derzeit bewertet Moody's griechische Anleihen mit der Note "A2". "A3" ist eine Stufe darunter, "Baa1" zwei Stufen.
Moody's stellte zugleich klar, dass es falsch wäre, Griechenland mit anderen südeuropäischen Euro-Mitgliedern über einen Kamm zu scheren. Spanien verdiene nach wie vor seine Bestnote "Aaa", denn das Land könne sich trotz der tiefen Wirtschaftskrise die hohe Neuverschuldung leisten. Portugal hingegen müsse eine Herabstufung fürchten, weil die Wettbewerbsfähigkeit niedrig sei und die Kreditwürdigkeit unter den steigenden Zinsen leide. Moody's bewertet Portugal im Moment mit "Aa2".
Moody's ist die einzige Agentur, die griechische Staatsanleihen noch so benotet, dass sie die EZB nach den üblichen Regeln als Sicherheiten akzeptieren würde. Die EZB verlangt, dass mindestens eine Ratingagentur die Bonitätsnote "A-" - das entspricht auf der Moody's-Skala "A3" - vergibt. Bis Ende des Jahres gilt zwar eine Ausnahmeregelung mit einer um drei Stufen nach unten verschobenen Ratinggrenze, aber ab 2011 treten die alten Regeln wieder in Kraft.