Abtreibung „kein Menschenrecht“: USA lenken bei Streit um Abtreibung ein

Abtreibung „kein Menschenrecht“
USA lenken bei Streit um Abtreibung ein

Angesichts ihrer weitgehenden Isolierung haben die USA Versuche zur Durchsetzung einer Abtreibungsklausel in einer neuen Uno-Erklärung zur Rechte der Frauen aufgegeben. Washington werde dem geplanten Dokument nun voll zustimmen, hieß es am Freitag.

HB NEW YORK. Washington wolle dem geplanten Dokument nun ohne Änderungswünsche zustimmen, erklärte am Freitag die Leiterin der US-Delegation beim New Yorker Nachfolgetreffen der Weltfrauenkonferenz von Peking im Jahr 1995, Botschafterin Ellen Sauerbrey.

Zuvor hatten die USA tagelang darauf bestanden, dass in der Erklärung zu „Peking plus 10“ die Feststellung aufgenommen wird, Abtreibung sei „kein Menschenrecht“. Gegen eine solche nachträgliche Abschwächung der seinerzeit in Peking verabschiedeten Deklaration hatten sich die Frauendelegationen der weitaus meisten der 130 in New York vertretenen Länder gewandt. Die westlichen Demokratien seien „keineswegs bereit, dem US-Vorstoß nachzukommen“, sagte die deutsche Delegationsleiterin, Staatssekretärin Marieluise Beck.

Dutzende Frauenverbände und Menschenrechtsorganisationen hatten die USA in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung aufgefordert, den Widerstand gegen eine Bestätigung des in Peking vereinbarten Aktionsplans für die Verwirklichung der Frauenrechte aufzugeben. Washington versuche, „seine nationale Agenda in eine internationale Vereinbarung zu drücken und dabei politische Spiele mit dem Leben von Frauen zu veranstalten“.

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