Abu Bakr al-Baghdadi
IS-Chef bei Luftschlag offenbar schwer verletzt

Der Anführer des Islamischen Staats soll im März lebensbedrohlich verletzt worden sein. Mittlerweile habe sich Abu Bakr al-Baghdadi erholt, berichtet der „Guardian“. Das Sagen beim IS haben jedoch erst einmal andere.
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Düsseldorf/LondonAbu Bakr al-Baghdadi ist einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Jetzt wurde der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat offenbar schwer getroffen. Bei einem von den USA angeführten Luftschlag habe der 43-Jährige im März schwere Verletzungen erlitten, berichtet der „Guardian“ am Dienstag. Die britische Zeitung beruft sich dabei auf einen westlichen Diplomaten und einen irakischen Berater.

Zunächst sei al-Baghdadis Situation lebensbedrohlich gewesen. Mittlerweile habe sich der IS-Chef leicht erholt. Die vollständige Führung über die Terrormiliz habe er aber noch nicht wieder inne, so der „Guardian“.

Konkret soll al-Baghdadi bei einem Luftangriff am 18. März auf einen Auto-Konvoi in der Nähe der syrischen Grenze im Bezirk Ninive getroffen worden sein. In der Vergangenheit hatte es bereits Berichte gegeben, dass der Milizenführer bei einem Angriff ums Leben gekommen sein soll. Diese bestätigten sich nicht.

Der IS hatte sich zunächst im Bürgerkriegsland Syrien ausgebreitet und startete im vergangenen Sommer eine Großoffensive im Irak, bei der zahlreiche Gebiete nördlich und westlich von Bagdad überrannt wurden. Beim Beginn des Vormarsches der Dschihadisten brach die irakische Verteidigung weitgehend zusammen.

Mittlerweile hat sich die Armee jedoch mit Hilfe hauptsächlich schiitischer Milizen sowie der USA und des Iran wieder stabilisiert und konnte große Gebiete zurückerobern. Erst am Dienstag vertrieben irakische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben den IS aus Teilen der Provinzhauptstadt Ramadi.

Polizeioffiziere sagten am Dienstag, Regierungskräfte hätten im Laufe der Nacht ein Krankenhaus zurückerobert, das etwa 500 Meter vor einem Komplex aus Verwaltungsgebäuden stehe. Dabei seien zwölf IS-Kämpfer getötet worden. Die Hauptstadt der Provinz Anbar hat mehrere Hunderttausend Einwohner und liegt westlich von Bagdad.

In der vergangene Woche hatte der IS bei Ramadi Sufija und zwei weitere Dörfer eingenommen und Tausende Zivilisten in die Flucht getrieben. Die Regierungstruppen erhielten Verstärkung und Nachschub und schlugen jetzt zurück. Auch um das Dorf Sufija gab es am Dienstag heftige Kämpfe.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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