Abu Ghraib: Fernsehsender zeigt neue Folter-Bilder

Abu Ghraib
Fernsehsender zeigt neue Folter-Bilder

Erneut sind Fotos und Videos von schweren Misshandlungen irakischer Gefangener im Bagdader US-Gefängnis Abu Ghraib an die Öffentlichkeit gelangt. Ein australischer Fernsehsender zeigte die offenbar bislang unbekannten Dokumente.

HB SYDNEY. Die Ausstrahlung sorgte für weitere Verärgerung in der arabischen Welt. Dort ist die Stimmung seit Wochen wegen der Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen oder vor kurzem gesendete Videos von britischen Soldaten, die auf irakische Jugendliche einzuschlagen scheinen, ohnehin aufgeheizt.

Die Aufnahmen seien in der selben Zeit entstanden wie jene, die 2004 internationales Entsetzen ausgelöst und den Folterskandal um Abu Ghraib in die Gänge gebracht hatten, hieß es in dem am Mittwoch gesendeten Bericht der SBS-Sendung „Dateline“. Die neuen grobkörnigen Fotos und Videos würden auf Tötungen, Folter und Fälle von sexueller Erniedrigung hindeuten. Das neue Material wurde wenig später auch von arabischen und US-Fernsehsendern übernommen und ausgestrahlt. Die USA kritisierten die Veröffentlichungen. Sie würden die Situation nur weiter verschärfen und unnötige Gewalt in der Welt verursachen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Vorfälle in dem Gefängnis seien bereits vollkommen untersucht und die Täter zur Rechenschaft gezogen worden, betonte er.

Auf den neuen Fotos und Videos sind unter anderem blutende Gefangene zu sehen. Manche Häftlinge haben einen Sack über dem Kopf und sind an Betten oder Türen gefesselt. In einigen Fällen steht grinsendes Wachpersonal neben ihnen. Auf einer Aufnahme sind zwei nackte Männer mit Handschellen zusammengekettet, eine andere zeigt fünf aufeinander liegende nackte Gefangene von hinten, eine weitere einen Hund, der direkt vor dem Gesicht eines hockenden Mannes an einer Leine reißt. Auf einem Video scheint ein Gefangener seinen eigenen Kopf gegen eine Wand zu schlagen. Auf einigen Fotos seien auch Leichen zu sehen, sagte „Dateline“-Produzent Mike Carey. Bei einem Gefängnisaufstand seien den Wachen die Gummigeschosse ausgegangen, daher hätten sie zu scharfer Munition gegriffen, hieß es in dem Bericht.

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