Abzugsplan
Briten sollen Irak binnen 12 Monaten verlassen

Die britische Militärführung plant Medienberichten zufolge den Abzug aller britischen Soldaten aus dem Irak in den nächsten 12 Monaten. Die Pläne sollen dem designierten Premierminister Gordon Brown vorgelegt werden, sobald er Ende Juni das Amt von Tony Blair übernimmt.

HB LONDON. Wie der „Sunday Telegraph“ am Sonntag unter Berufung auf Militärkreise berichtet, haben dem einseitigen Abzugsplan noch nicht alle führenden Militärs zugestimmt. Gordon Brown hatte sich kürzlich dagegen ausgesprochen, die britischen Truppen vorzeitig abzuziehen. Bereits zu Jahresbeginn waren 1 600 von 7 100 verbliebenen britischen Soldaten aus dem Irak abgezogen worden. Bis Ende des Jahres sollen nach den damaligen Plänen noch 2 500 Briten im Süden des Landes die Stellung halten.

Die Truppen sollten sich nach dem Bericht nun eher auf den Kampf gegen die Taliban in Afghanistan konzentrieren. „Großbritannien ist nicht in der Lage, Kriege in Afghanistan und im Irak zur gleichen Zeit zu führen“, sagte ein hochrangiger Militär der Zeitung. Es sei einfacher, in Afghanistan als im Irak Erfolge zu erzielen. Die Öffentlichkeit unterstütze den Einsatz im Irak nicht.

Blair hatte einen konkreten Zeitplan zum vollständigen Abzug stets angelehnt. Er hatte US-Präsident George W. Bush im Irak-Krieg so rückhaltlos wie kein anderer Verbündeter der USA unterstützt und war deshalb im eigenen Land stark in die Kritik geraten. Seit Beginn der Invasion sind mehr als 140 Briten ums Leben gekommen. Brown soll demnächst zu einem Besuch im Irak reisen.

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