Acht Frauen und acht Männer
Spanien hat eine neue Regierung

Der neue spanische Ministerpräsident Zapatero ist im Amt. Fünf Wochen nach dem Wahlsieg der Sozialisten legten der Regierungschef und seine Minister ihre Amtseide ab. Der bisherige EU-Kommissar Solbes übernimmt das Wirtschaftsressort.

HB BERLIN. Fünf Wochen nach dem Wahlsieg hat der neue spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sein Amt offiziell angetreten. Am Samstag legte der Sozialist seinen Amtseid ab, am Sonntag im königlichen Palast Zarzuela die Minister der neuen Regierung.

Mit Miguel Angel Moratinos als Außenminister und Pedro Solbes als Chef des Wirtschaftsressorts übernehmen zwei Männer Schlüsselposten, die über große Erfahrung in der EU-Politik verfügen. Der bisherige EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Solbes übernimmt neben dem Wirtschafts- und Finanzressort in Madrid auch den Posten des zweiten Stellvertreters Zapateros.

Erste Stellvertreterin des Ministerpräsidenten wird mit María Teresa Fernández de la Vega erstmals eine Frau. Sie wird zugleich das Amt des Stabschefs leiten. Um die Gleichberechtigung der Geschlechter auch in der hohen Politik voranzubringen, gehören dem 16-köpfigen Kabinett ebenso viele Frauen wie Männer an.

José Antonio Alonso, ein Vertrauter Zapateros ohne politische Erfahrung, übernimmt das Innenministerium. Der neue Verteidigungsminister José Bono ist ein Vertreter der alten sozialistischen Garde aus der Region Kastilien-La Mancha.

Zapateros Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) hatte nach den Anschlägen vom 11. März in Madrid drei Tage später überraschend die Parlamentswahl gewonnen. Mit 164 von insgesamt 350 Abgeordneten fehlen den Sozialisten nur wenige Sitze zur absoluten Mehrheit. Der neue Ministerpräsident wird eine Minderheitsregierung anführen und keine Koalition bilden.

Das neue Kabinett soll sich erstmals am Montag treffen. Nach Berichten der Zeitung «ABC» vom Samstag soll der neue Außenminister Moratinos bereits am Dienstag nach Washington fliegen, um mit seinem amerikanischen Kollegen Colin Powell über einen möglichen Rückzug der spanischen Soldaten aus Irak zu sprechen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte Zapatero und sicherte ihm Unterstützung zu. Zapatero trete sein Amt «in einer für das Königreich Spanien und ganz Europa entscheidenden Phase» an, schrieb Schröder in seinem Glückwunschtelegramm. Bei einem Treffen in Madrid sei bereits ein intensiver Dialog eingeleitet worden. «Ich würde mich freuen, wenn wir diesen möglichst bald hier in Berlin fortsetzen könnten», erklärte Schröder. «Wir könnten so gemeinsam den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien einen neuen Impuls (...) verleihen.»

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