Acht Männer verhaftet
Französische Marine liefert Piraten an Somalia aus

Bei der Abwehr eines Piratenangriffs auf ein Frachtschiff vor der Küste Somalias hat die französische Marine acht Männer festgenommen und an somalische Behörden übergeben. Doch die Auslieferung ist umstritten.

HB BOSASSO. Die Fregatte habe im Rahmen des EU-Einsatzes zur Bekämpfung von Seeräubern vor Somalia patrouilliert und einen Notruf von einem Schiff unter panamaischer Flagge erhalten, teilte das französische Militär am Freitag mit. Die Piraten seien zunächst entkommen, nachdem die Fregatte der "S. Venus" zur Hilfe gekommen sei. Bei einem zweiten Angriff der Piraten auf das Schiff einige Stunden später seien schließlich acht Männer verhaftet worden. Sie wurden später somalischen Behörden übergeben, wie der Sicherheitsminister der praktisch autonomen Region Puntland, Abullahi Said Samatar, Reuters sagte.

Auf dem Boot der Seeräuber hätte die Soldaten einen Raketenwerfer, Sturmgewehre und Leitern gefunden. Die Männer sollten nach Somalia gebracht werden. Es gebe ein Abkommen, wonach die somalischen Behörden verpflichtet seien, Piraten anzuklagen und zu verurteilen, erklärte ein Militärsprecher. Der Umgang mit festgenommenen Piraten hatte in Deutschland lange Debatten ausgelöst. Die Auslieferung an somalische Behörden ist umstritten. Kritiker werfen ihnen eine Verstrickung in Piraterie vor. Zudem droht Piraten offiziell die Todesstrafe.

Auch ein Piratenangriff auf den griechischen Öltanker "Kriti Episkopi" konnte nach Angaben des Marineministeriums in Athen von Schiffen des EU-Verbands abgewehrt werden. Die Seeräuber hätten die Flucht ergriffen, als nach dem Notruf der Schiffsbesatzung eine Fregatte, ein Hubschrauber und ein Kampfflugzeug dem Tanker zur Hilfe geeilt seien.

Dagegen gelang es Piraten am Donnerstag, ein ägyptisches Frachtschiff zu kapern. Die 28 Ägypter an Bord der "Blue Star" seien als Geiseln genommen worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kairo. Der Frachter sei mit 6000 Tonnen Harnstoff nach Osten unterwegs gewesen.

Somalische Piraten haben im vergangenen Jahr mehr als 100 Schiffe angegriffen. Experten zufolge wurden 42 gekapert und entführt. 14 Schiffe mit insgesamt mehr als 240 Seeleuten waren bis Ende Dezember noch in der Gewalt der Piraten. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, haben Kriegsschiffe in die Region entsandt, um die Handelsrouten zu schützen.

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