Ägypten
Der Triumph der Islamisten

Nach den Wahlen sind Mehrheitsverhältnisse im neuen ägyptischen Parlament geklärt. Der Sieg der Islamisten im ersten Wahlgang ist deutlichen. Der Siegeszug von Muslimbrüdern und Salafisten beunruhigt Israel.
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KairoIslamistische Kräfte werden im ägyptischen Parlament künftig über eine deutliche Mehrheit verfügen. Beim Auftakt der ersten Wahlen nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak erzielten die Parteien der Muslimbrüder und der als radikaler geltenden Salafisten zusammen mehr als 60 Prozent der Stimmen. Die Wahlkommission gab am Sonntag die Zahlen der Listenwahl bekannt. Zwei weitere Wahlgänge und Stichwahlen stehen aber noch aus. Der Wahlerfolg der Islamisten löste in Israel große Sorge auch um den Fortbestand des Friedensvertrags mit Ägypten aus.

Stärkste Kraft ist den Angaben nach die Partei der Muslimbruderschaft „Freiheit und Gerechtigkeit“. Sie kommt auf gut 3,5 Millionen der etwa zehn Millionen gültigen Stimmen und damit rechnerisch auf rund 37 Prozent. Die radikal-islamistische Nur-Partei verzeichnet etwa 24,5 Prozent mit etwa 2,3 Millionen Stimmen. Auf Platz drei landet die Ägyptische Allianz aus liberalen und linken Parteien mit knapp 1,3 Millionen Stimmen und damit gut 13 Prozent.

Im ersten Wahlgang haben am Montag und Dienstag vergangener Woche zunächst die Menschen in Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen gewählt. Am Montag folgen Stichwahlen, weil nur wenige Kandidaten auf Anhieb über 50 Prozent der Stimmen bekamen. Zwei Drittel der 498 Sitze im Parlament werden über Parteien- und Koalitionslisten besetzt, ein Drittel von Direktkandidaten. Die Wahlgänge zwei und drei folgen in den kommenden Wochen. Am 13. Januar wird das Endergebnis erwartet. Das neue Parlament wird die Aufgabe haben, eine neue Verfassung zu formulieren.

Kommentare zu " Ägypten: Der Triumph der Islamisten"

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  • Die Mehrheit muss man gleichwohl dann bekämpfen, wenn sie gegen Grundwerte verstößt. Auch für Hitler hätte es zu einer demokratischen Mehrheit gereicht.
    Der Islam ist die größte Gefahr für die zivilisierte Gesellschaft.

  • D e m o k r a t i e - i s t - e i n - P r o z e s s - d e r - n i c h t - u n b e d i n g t - z u g u n s t e n - d e r - F r e i h e i t, - s o n d e r n - e b e n - z u g u n s t e n - d e r - M e h r h e i t - a u s g e h e n - k a n n.

  • Sollen die Islamisten ruhig triumphieren. Ich bin noch nie in einem islamistischen Land gewesen und werde ein solches auch niemals betreten. Jetzt erst recht nicht.
    Es muss heute in erster Linie darum gehen, den Vormarsch des Islam in Europa zu stoppen.
    Ein Verbot des Islam, der nichts weiter ist als menschenverachtender Aberglaube und eine Bedrohung freiheitlicher Grundwerte, gehört politisch ganz oben auf die Agenda. Bleibt zu hoffen, dass die Politik nicht wieder zu spät aufwacht.

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