Ägypten
Erneut Kämpfe zwischen Muslimen und Christen

Acht Festnahmen, Dutzende Verletzte und ein Todesopfer sind die Bilanz der jüngsten Zusammenstöße zwischen Muslimen und Christen in Ägypten. Auch in der Hauptstadt bleibt eine Anti-Mursi-Demo alles andere als friedlich.

KairoBei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen in der zweitgrößten ägyptischen Stadt Alexandria ist einem Medienbericht zufolge ein Mensch getötet worden. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, meldete die staatliche Zeitung „Al-Ahram“. Die Kämpfe brachen demnach vor einer koptischen Kirche am späten Freitagabend aus. Ein Streit zwischen zwei jungen Männern habe sich zu einer Familienfehde ausgeweitet, die dann die Ausschreitungen im Westen der Stadt ausgelöst hätten. Die Kämpfe hielten Sicherheitskreisen zufolge zwei Stunden an, bevor die Polizei sie beenden konnte. Acht Menschen seien festgenommen worden.

Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen, die etwa zehn Prozent der 84 Millionen Ägypter ausmachen, haben seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 zugenommen - und besonders seit der Wahl des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juni. Christen beklagen einen unzureichenden Schutz durch die Regierung und werfen ihr vor, radikalen Muslimen freie Hand zu lassen.

Doch auch ein nicht unerheblicher Teil der muslimischen Bevölkerung lehnt Mursi und die islamistischen Muslimbrüder ab, die sich mit Vorwürfen konfrontiert sehen, die Ideale der Revolution von 2011 zu verraten. Am Freitag demonstrierten in Kairo wieder Tausende gegen den Präsidenten. Auch dabei kam es im Anschluss zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Jugendlichen. Die Einsatzkräfte reagierten einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge mit dem Einsatz von Tränengas, als die Gruppe sie mit Brandsätzen und Steinen bewarfen. Mehrere Menschen seien festgenommen worden.

Auf der Kundgebung wurden auch Unterschriften für eine Petition gesammelt, die die Absetzung Mursis und vorgezogene Wahlen fordert. Nach Angaben der Organisatoren wurde der Aufruf bereits zwei Millionen Mal unterzeichnet. An der Demonstration selbst nahmen jedoch längst nicht so viele Mursi-Gegner teil, wie noch an den Protesten vor einigen Monaten. Aufgerufen zu der Demonstration gegen Mursi und die islamistische Muslimbruderschaft hatten die oppositionelle Al-Dastur-Partei und die Bewegung 6. April. Diese hatte eine führende Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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