Ägypten
"Es gibt keine Stimmen der Vernunft"

Nach den Ausschreitungen am Freitag verlassen viele Ausländer Ägypten. Unterdessen warnt ein deutscher Beobachter vor einer gefährlichen Eskalation und beklagt, dass Stimmen der Vernunft fehlen.
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Alexandria/Kairo/IstanbulZahlreiche Ausländer verlassen derzeit Ägypten. Wie am Samstag aus Kreisen des Kairoer Flughafens verlautete, waren sämtliche Flüge in die USA, nach Europa und in die Golfstaaten ausgebucht. Auch das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsbürgern „nachdrücklich“, während und nach den angekündigten Großdemonstrationen „besondere Vorsicht walten zu lassen und den jeweiligen Einzugsbereich der Demonstrationen (für Kairo insbesondere die Innenstadt und Heliopolis) weiträumig zu meiden“.

Der Leiter des Kairoer Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung, Ronald Meinardus, sieht eine „einzigartige Polarisierung“; die Situation sei ausgesprochen gefährlich. "Es gibt keine Stimmen der Vernunft", sagte er im Deutschlandradio Kultur. Niemand wolle Brücken schlagen, sondern alle Ägypter rechneten sich entweder dem einen oder den anderen Lager zu.

Auf der einen Seite stünden die Islamisten, die sich auf die gewonnenen Wahlen beriefen, auf der anderen Seite die säkularen Kräfte, die die Legitimität der Regierung bestritten. „Und der Graben wird von Tag zu Tag tiefer.“

Allerdings sorge sich die große Mehrheit der Ägypter weniger über politische Fragen, sondern sei mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert, fügte er hinzu. „Es gibt kein Benzin an den Tankstellen, es gibt Stromausfälle täglich, und das ist eine Situation, wo die Arbeitslosigkeit wächst und wo es gewissermaßen keine richtige Perspektive gibt. Und das treibt die Menschen auf die Straße.“

Am Sonntag ist der islamistische Präsident Mohammed Mursi ein Jahr im Amt. Die oppositionelle Protestbewegung will ihm am Jahrestag seiner Vereidigung mehr als 20 Millionen Unterschriften von Bürgern übergeben, die seine Absetzung und Neuwahlen fordern. Es droht eine neue Eskalation der Gewalt.

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  • Na das ist doch prima, was einige westliche Gutmenschen mit ihrem Wirken da angerichtet haben. Mal sehen, wie es aussieht, wenn sich die Aktuere gegenseitig die Meinung gegeigt haben - in Wort und in Tat. Dann kann Herr Schwesterschwelle Arm in Arm Frau Clan-toon und Herrn Starkochi das Schlachtfeld beschreiten und ob der vielen Toten die Betroffenheitsfratze in die Kamara des Bezahlfernsehns halten - Hauptsache gut gemeint. ...

  • Ich glaube eher, dass die Ägypter ausreisen bzw. millionenfach Asyl suchen werden. Habe einen Kurztrip nach Berlin hinter mir, im Hotel waren plusminus zehn ägyptische Familien, alle englischsprachig, Ärzte, Oberschicht; habe natürlich mit manchen diskutiert über die Spannungen dort, einer meinte, dass nur 15 Prozent der Bevölkerung für die Demokratie geeignet sei, beim Rest mangelt es einfach an Bildung und zu starker Islam- bzw. Pharaonengläubigkeit [sic].

  • Die Ägypter müssen endlich die Ein-Kind-Familie gesetzlich verordnen und Zuwiderhandlungen mit drakonischen Strafen belegen. Andernfalls wird sich das Volk selbst ausrotten. Das ist nicht anderes als gewöhnlich Populationsdynamik, wie sie in der Biologie seit jeher bekannt ist.

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