Ägypten
Essaui neuer Innenminister

Der Führungswechsel in Ägypten nimmt Gestalt an. Mit dem Innenministerium ist nun eines der wichtigsten Ressorts nicht mehr mit ehemaligen Politikern der Mubarak-Regierung besetzt.
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Kairo

In Ägypten ist General Mansur Essaui am Sonntag zum neuen Innenminister ernannt worden. Damit wurde eine Forderung der Demokratiebewegung erfüllt, die eine Abkehr der Regierung vom gestürzten Präsidenten Husni Mubarak verlangt. Auch nach dessen Sturz am 11. Februar waren die Schlüsselressorts Verteidigung, Justiz, Inneres und Äußeres in der Hand der alten Führung geblieben.

Essauis Vorgänger, Mahmud Wagdi, war noch von Mubarak nach Beginn des Aufstandes Ende Januar ernannt worden. Demonstranten hatten aber Wagdis Rücktritt verlangt und ihm vorgeworfen, er gehöre der alten Führungselite an.

Die staatliche Nachrichtenagentur Mena zitierte Essaui mit den Worten, für ihn habe die Wiederherstellung der Sicherheit im Land Priorität. Seit sich die Polizei im Zuge der Proteste von den Straßen zurückgezogen hat, ist die Sicherheitslage in Ägypten angespannt. Viele Polizisten bleiben ihrem Dienst fern aus Angst, Bürger könnten sich für das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten rächen. Während des Aufstandes wurden mehr als 300 Menschen getötet.

Am Samstag war am Rande der Hauptstadt Kairo ein Gebäude der Staatssicherheit in Flammen aufgegangen. Wer den Brand legte, war zunächst nicht klar. Einige Augenzeugen berichteten, Polizisten hätten in dem Gebäude Dokumente verbrannt. Die Polizei erklärte dagegen, Bürger hätten das Feuer gelegt.

Mindestens sieben Menschen seien verletzt worden. Bereits am Freitag war in der Küstenstadt Alexandria ein Gebäude der Staatssicherheit von Demonstranten gestürmt worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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