Ägypten: Gewalt zwischen Christen und Muslimen fordert Todesopfer

Ägypten
Gewalt zwischen Christen und Muslimen fordert Todesopfer

In Ägypten mündeten Proteste gegen die Regierung in Gewalt. Auch zwischen Muslimen und Christen kam es am Rande einer Trauerfeier für koptische Gewaltopfer zu Auseinandersetzungen. Ein Mensch kam dabei ums Leben.
  • 2

Istanbul/KairoBei einem neuen Gewaltausbruch zwischen Christen und Muslimen ist am Sonntag in Ägypten ein Mensch ums Leben gekommen. 29 Demonstranten wurden verletzt, als es am Rande einer Trauerfeier nahe der koptischen Hauptkirche in Kairo zu Auseinandersetzungen kam.

Dort wurde der vier koptischen Todesopfer von Ausschreitungen in der Provinz Kaljubija gedacht. Sie und ein muslimischer Jugendlicher waren am Samstag ums Leben gekommen. Auslöser der tödlichen Krawalle: Kopten sollen ein Kreuz auf eine Moschee gemalt haben.

Wie staatliche ägyptische Medien berichteten, wiesen die Toten Schussverletzungen auf. Die Muslimbruderschaft und das renommierte Al-Azhar-Islam-Institut verurteilten die Gewalt und forderten Christen und Muslime zum Zusammenhalt auf.

Bei der zentralen Trauerfeier für die Opfer kam es zu neuen Ausschreitungen. Wie Augenzeugen berichteten, brach die Gewalt im Kairoer Stadtteil Abbassija aus, als wütende Christen begannen, Parolen gegen die Regierung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu rufen. Daraufhin seien die Teilnehmer des Begräbnisses den Angaben nach mit Schusswaffen, Brandsätzen und Steinen angegriffen worden.

In Ägypten leben etwa acht Millionen Kopten. Sie machen zehn Prozent der Bevölkerung aus. Immer wieder gibt es religiöse Unruhen zwischen Muslimen und Kopten, oft mit tödlichem Ausgang. Einer der heftigsten Gewaltausbrüche war im Oktober 2011: Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Kopten und Muslimen in Kairo kamen 26 Menschen ums Leben, überwiegend Christen.

Überschattet von den Unruhen war auch der Ägyptenbesuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Die Diplomatin war am Samstagabend zu politischen Gesprächen nach Kairo gereist. Neben Präsident Mursi wollte sie dort auch die führenden Oppositionellen Amre Mussa, Mohammed ElBaradei und Hamdien Sabahi treffen. Die Europäische Union sieht die Unruhen in dem bevölkerungsreichsten arabischen Land mit Sorge und fordert einen Dialog aller Parteien.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ägypten: Gewalt zwischen Christen und Muslimen fordert Todesopfer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Überschrift: "Gewalt zwischen Christen und Muslimen fordert Todesopfer" passt aus meiner Sicht nicht zum Inhalt des Artikels. Ich zitiere aus dem Artikel:

    "Bei der zentralen Trauerfeier für die Opfer kam es zu neuen Ausschreitungen. Wie Augenzeugen berichteten, brach die Gewalt im Kairoer Stadtteil Abbassija aus, als wütende Christen begannen, Parolen gegen die Regierung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu rufen. Daraufhin seien die Teilnehmer des Begräbnisses den Angaben nach mit Schusswaffen, Brandsätzen und Steinen angegriffen worden."

    Hat die Handelsblattredaktion auch schon Angst vor militanten Moslems?

  • [...]?Ein Christ malt ein Kreuz auf eine Moschee!! Bei friedlichen Protesten gegen die Regierung werden die Protestierenden gleich mit Brandsätzen und Schusswaffen angegriffen. Ein guter Rat an die Kopten. Die sollten schnellstmöglich ihr Hab und Gut verkaufen und Sicherheit in der Ferne suchen. Dort haben sie keine Zukunft mehr! Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%