Ägypten
Kritischer Journalist muss ins Gefängnis

Unveränderte Lage unter Mursi: Ein ägyptischer Journalist ist wegen seiner Kritik am neuen Präsident inhaftiert worden. Ihm wird Beleidigung vorgeworfen. Menschenrechtler sprechen von einem Akt gegen die Pressefreiheit.
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KairoKritische Journalisten haben unter dem neuen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi genauso wenig zu lachen wie unter seinem Vorgänger Husni Mubarak. Ein Strafgericht in Kairo ordnete am Donnerstag die Inhaftierung des Chefredakteurs der liberalen Zeitung „Al-Dustour“, Islam Afifi, an. Afifi war nach Angaben des Staatsfernsehens zum Auftakt des gegen ihn angestrengten Prozesses wegen angeblicher Beleidigung des Präsidenten erschienen. Die Ägyptische Organisation für Menschenrechte (EOHR) forderte seine Freilassung. Sie erklärte, der Prozess richte sich gegen die Freiheit der Presse und sei eine Fortsetzung der alten Politik des Mubarak-Regimes.

Unterstützer des Journalisten protestierten im Gerichtssaal lautstark gegen die Entscheidung des Richters. Der Prozess soll am 16. September fortgesetzt werden.

Neben Afifi sollen demnächst noch zwei weitere Chefredakteure von Oppositionszeitungen sowie der Besitzer des TV-Senders Al-Faraien, Taufik Okascha, wegen kritischer Berichterstattung über den islamistischen Präsidenten Mursi vor Gericht gestellt werden.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York hatte dem aus der Muslimbruderschaft stammenden Mursi in der vergangenen Woche vorgeworfen, er versuche, Kritiker der Muslimbrüder aus den staatlichen Medien zu entfernen. In der Redaktion der Zeitung „Al-Akhbar“ würden Kommentare von Journalisten, die den Islamisten kritisch gegenüberstünden, nicht mehr veröffentlicht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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