Ägypten: Muslimbruderschaft soll gezielte Angriffe planen

Ägypten
Muslimbruderschaft soll gezielte Angriffe planen

Die ägyptische Regierung erhöht den Druck auf die Muslimbruderschaft: Der Partei wird vorgeworfenen, mit einem „militärischen Flügel“ die Sicherheitskräfte des Landes zu attackieren, so das Innenministerium.
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KairoDie ägyptische Regierung hat der Muslimbruderschaft von Ex-Präsident Mohammed Mursi vorgeworfen, mit einem neu gegründeten „militärischen Flügel“ die Sicherheitskräfte des Landes anzugreifen. Zwölf Personen im Auftrag der Muslimbruderschaft hätten von der Stadt Beni Suef aus Attacken auf Polizisten ausgeführt und Extremisten Unterschlupf gewährt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Hani Abdel-Latif, am Sonntag.

In den vergangenen Monaten haben die Straßenproteste der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft abgenommen, dafür gibt es zunehmend kleinere Angriffe auf die Sicherheitskräfte, unter anderem mit Molotow-Cocktails oder selbst gebauten Granaten, die auf Polizeiautos oder Kasernen geworfen werden. Neue, bisher unbekannte Gruppen, die den gestürzten Mursi unterstützen, haben sich im Internet zu einigen der jüngsten Anschlägen bekannt.

Die Muslimbruderschaft wehrt sich seit dem Sturz Mursis im Juli gegen das Vorgehen der Polizei und der Justiz gegen ihre Mitglieder. Auch Säkulare und Liberale werfen dem Militär und der Regierung zunehmend vor, ein Klima der Einschüchterung zu schaffen. Der führende Islamist und ehemalige Präsidentschaftskandidat Abdel Moneim Abul Futuh warf der vom Militär gestützten Übergangsregierung am Sonntag davor, eine „Republik der Angst“ geschaffen zu haben. Er bekräftigte auch, dass er nicht bei der Präsidentschaftswahl in knapp zwei Monaten kandidieren wolle. Diese sei eine „Farce“ und würde inmitten von „Unterdrückung“ stattfinden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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