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Ägypten: Tausende bejubeln Mursis Militärrats-Umbau

Ägyptens Präsident Mursi hat überraschend die Spitze des Militärs umgebaut, und damit seine eigene Macht gefestigt. Zwei Top-Leute des Militärrats wurden per sofort aus dem Amt gehoben. Tausende jubeln Mursi zu.

KairoIn der ägyptischen Hauptstadt Kairo haben tausende Anhänger von Präsident Mohammed Mursi die Entlassung von Verteidigungsminister Hussein Tantawi gefeiert. „Das Volk unterstützt die Entscheidung des Präsidenten“, rief die Menge aus Islamisten auf dem Tahrir-Platz mit Blick auf die Absetzung des Mannes, der bis vor Kurzem als Chef des Obersten Militärrates noch die Macht im Land inne hatte. Nun beginne eine neue Zeit, sagten Teilnehmer der Kundgebung dem Nachrichtensender Al-Dschasira.

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Zuvor hatte Ägyptens islamistischer Präsident Mohammed Mursi den Armeekommandanten und Verteidigungsminister Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi sowie Generalstabschef Sami Anan gefeuert. Mursi, der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes, wollte die Macht nicht mehr mit dem Militärrat teilen.

Zum Nachfolger Tantawis an an der Spitze der Streitkräfte bestellte Mursi Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi. Der neue Vize-Verteidigungsminister General Mohammed al-Assar sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Tantawis Entlassung sei in Rücksprache mit diesem selbst und dem Militärrat getroffen worden. Noch steht nicht fest, ob es sich bei den Entwicklungen eher um ein politisches Geschäft als um einen harten Machtkampf handelt.

Husni Mubarak Vom Präsidentenpalast ins Gefängniskrankenhaus

  • Husni Mubarak: Vom Präsidentenpalast ins Gefängniskrankenhaus
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Die Aufhebung der Verfassungszusätze wirkt juristisch besonders kühn. Nach allgemeiner Auffassung schien Mursi dazu schlicht nicht befugt. Erste Anzeichen deuten aber darauf hin, dass sich der Präsident nicht auf einen einsamen Alleingang eingelassen hat. So ernannte er die von ihm in die Pension geschickten Armeeführer Tantawi (76) und Anan (63) im selben Atemzug zu seinen „Beratern“. Ihre Pension wird ihnen außerdem durch die Verleihung des Nil-Ordens, einer der höchsten ägyptischen Auszeichnungen, versüßt. Ein Minimum an vorangegangenen Absprachen kann vorausgesetzt werden.

„Die Entscheidung wurde getroffen, um im Dienste eines neuen, modernen Staates frisches Blut in das Militär zu bringen“, sagte der Sprecher Mursis. Nach der Präsidentenwahl ist viel über die Rolle des 72-jährigen Feldmarschalls Tantawi spekuliert worden. „Dieser Konflikt zwischen dem neuen Präsidenten und dem Militärrat war erwartet worden“, sagte Politikexperte Gamal Soltan in einer ersten Reaktion. „Aber nicht so bald.“

  • 13.08.2012, 00:26 Uhrmanni

    Immerhin leben wir in DE in einer vermeintlichen Demokratie, tatsächlich aber im Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus und bezeichnen es als Kapitalismus.

    Da sollte man nicht so kleinlich sein, wenn sich eine muslimische Diktatur einen demokratischen Anstrich verpasst. Und die Militärs wollen gefüttert werden, damit sie wissen, zu welchem Führer sie gehören. Mir ist unklar, woher das Defizit bei Mursi kommt. Will der nicht ordentlich bezahlen?

  • 12.08.2012, 22:40 UhrFreiheit

    Nur am Rande:

    Viele haben sich gefreut, als der arabische Frühling auch in Ägypten siegte. Jetzt siegt gerade der arabische Winter. Mursi ist Muslimbruder, ein in der Wolle gefärbter Fundamentalist.

    Der radikale Islam hat nun im mächtigsten Staat der arabischen Welt eine Mehrheit des Volkes hinter sich. Gewählt werden bedeutet aber noch lange nicht, dass man Demokrat ist. Man kann nicht Muslimbruder und Demokrat sein, wie man nicht Kommunist und Demokrat sein konnte. Manchmal steht die Mehrheit auch hinter einer Diktatur, manchmal hinter einer religiösen, wie wir es ja seit 1979 im Iran erleben.

  • 12.08.2012, 21:21 Uhrben_emsi

    Karriere macht man mit Besserschlauen:
    Mit Syrien kann man Karriere machen, nicht mit Denken.
    Überhaupt: Denken ist ja sowas von Megaout.

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