Ältere Autos
EU-Kommission will jährlichen TÜV

Die EU-Kommission plant eine jährliche TÜV-Prüfung für ältere Fahrzeuge. Von der Neuregelung wären rund 25 Millionen deutsche Fahrzeuge betroffen, was für deren Besitzer erhebliche Mehrkosten bedeuten könnte.
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MünchenAuf die Besitzer älterer Autos und von Autos mit hoher Kilometerzahl kommen häufigere TÜV-Besuche zu. Nach übereinstimmenden Berichten des "Focus" und der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" will die EU-Kommission für diese Wagen eine jährliche TÜV-Untersuchung. Eine entsprechende Verordnung solle Anfang Juli vorgelegt werden, der Zeitpunkt für ihr Inkrafttreten sei aber noch offen.

Bisher müssen Autos in Deutschland alle zwei Jahre zum TÜV. Nun will die EU den Berichten zufolge die Prüfpraxis in Europa vereinheitlichen, laut "Focus" soll dies bis zum Jahr 2015 umgesetzt sein.

Die "FTD" berichtet unter Berufung auf den Entwurf von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, dass neue Autos nach diesen Plänen spätestens vier Jahre nach der Erstzulassung eine Hauptuntersuchung machen müssen, die zweite Prüfung soll zwei Jahre später sein. Ab dem siebten Jahr soll es dann eine jährliche TÜV-Pflicht geben. Falls Autos schon nach vier Jahren über 160.000 Kilometer auf dem Tacho haben, solle die jährliche TÜV-Pflicht direkt greifen.

Die EU begründet ihre Initiative den Berichten zufolge damit, dass ältere Autos häufiger technische Mängel haben. Es gebe eine "klare Korrelation zwischen dem Niveau an Sicherheit im Straßenverkehr und der Zahl der technischen Mängel bei Fahrzeugen", zitierte die "FTD" aus dem Entwurf. Deshalb sei es angemessen, für die Pkw die Prüffrequenz zu erhöhen. "Wir müssen das Thema ältere Autos unbedingt angehen", hieß es aus Kommissionskreisen.

Laut "Focus" wären in Deutschland rund 25 Millionen ältere Autos von dem Entwurf betroffen. Das Durchschnittsalter eines deutschen Pkw beträgt demnach 8,5 Jahre. Der Automobilclub ADAC rechne mit Mehrkosten von insgesamt weit über einer Milliarde Euro, die pro Jahr auf deutsche Fahrzeughalter zukommen könnten.

Der ADAC hält kürzere Prüfintervalle für ältere Autos für überflüssig. Gegenüber dem "Focus" verwies er darauf, dass es keine Untersuchung gebe, die eindeutig beweise, dass ein höheres Fahrzeugalter auch ein höheres Unfallrisiko bedeute. Betroffen wären vor allem sozial schwache Bevölkerungsgruppen, da diese in der Regel ältere Autos besäßen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ältere Autos: EU-Kommission will jährlichen TÜV"

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  • Bitte über den Tellerrand sehen:
    Ausser Spanien, gibt es in Belgien, den Niederlande, der Schweiz und Grossbritannien jährliche Untersuchungen ... und in mehreren dieser Länder auch den 'TÜV' für ältere Fahrer-innen ... da gab es auch eine Idee aus Brüssel.
    In DE hofft man aber, dass Rostbeulen nicht so schnell die Fassung verlieren und ist nun verwundert, dass die Uhren europaweit anders verlaufen.
    Bevore es nun heist, warum dieser Eingriff in deutsche Eigenheiten: beim Umzug in andere Länder erzeugen diese Unterschiede riesige Scherereien bei der Ummeldung des PKW(oft ist es dann billiger, den Wagen zu verschrotten).

  • Was für ein Schwachsinn.
    So gut wie keine Unfälle, passieren aufgrund technischer Mängel der Fahrzeuge.
    Ganz anders sieht es da, durch Überforderung, beim Fahrer aus.
    Wann kommt endlich der "TÜV" für den Fahrer? Nur ein Sehtest und eine Fahrprüfung mit 18. Danach freie Fahrt bis zum Grabstein.
    Da traut sich kein Politiker ran. Könnte ja Rentnerstimmen kosten!

  • Brüssel ist ein völkerfeindliches Monstrum und Krebsgeschwür ! Die Daumenschrauben werden immer enger gezogen. Mal schauen, wie weit wir gehen können denken die Technokraten in Brüssel; bislang rebelliert ja niemand! Hier und dort eine neue Verordnung oder Gesetz; die Bevormundung seitens der EU läuft auf Hochtouren und niemand merkt es. Es trifft mal wieder die breite Masse, die ihren Wagen so lange wie möglich fahren. Die TÜV Gebühren sind überteuert; ganz abgesehen von der einen oder anderen Reparatur, die dann anfällt. Das ist Abzocke in Reinform , und die falschen Taschen werden mal wieder gefüllt. Die EU arbeitet absolut gegen die Völker und für die Lobbyisten; alles ist so offensichtlich !!

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