Ärger in Frankreich
Louis-Vuitton-Chef will Belgier werden

Das Unternehmen steht für urfranzösischen Luxus: Handtaschen von Louis Vuitton, teuren Moët-Champagner. Und nun will ausgerechnet der Chef der LVMH-Gruppe Belgier werden. Die Entscheidung Bernard Arnaults befeuert die Steuerdebatte in Frankreich.
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Paris/BrüsselMitten in der Debatte um die Spitzenbesteuerung hat Frankreichs reichster Mann eine fremde Staatsbürgerschaft beantragt. Bernard Arnault, der 63-jährige Vorsitzender des Luxusgüter-Herstellers Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) will Belgier werden, wie die belgische Zeitung „La Libre Belgique“ am Samstag berichtete. Dem höheren französischen Steuersatz wolle er damit nicht entfliehen, beteuert Arnault. Präsident François Hollande bringt er aber dennoch in Bedrängnis.

Auf 41 Milliarden Dollar (rund 32 Mrd Euro) beziffert das Magazin „Forbes“ Arnaults Vermögen. Das Blatt stuft ihn als viertreichsten Menschen weltweit ein. In Frankreich und Europa liegt er sogar auf Platz eins. Seit Jahrzehnten macht der erfolgreiche Manager aus dem Norden des Landes sein Geld unter anderem mit exklusiver Mode. So leitete er 1988 die Übernahme der Luxusgüter-Gruppe LVMH ein, deren Chef er heute ist.

Vermutungen, dass er sich dem Zugriff der französischen Steuerbehörden entziehen wolle, wies Arnault in einer von französischen und belgischen Medien zitierten Mitteilung zurück. „Herr Bernard Arnault ist und bleibt in Frankreich steuerpflichtig“, heißt es in der Stellungnahme. „Der eventuelle Erwerb der doppelten französisch-belgischen Nationalität ändert nichts an dieser Situation.“ Als Nordfranzose habe er schon immer enge Verbindungen zum Nachbarland Belgien gehabt, sein Unternehmen „Groupe Arnault“ wolle zudem die Investitionen dort ausweiten.

Dass er kein Freund der Steuerpläne von Frankreichs Präsident François Hollande ist, verbirgt der bestens situierte Arnault nicht. Der Sozialist Hollande hatte am Freitag sein Wahlkampfversprechen bekräftigt, den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent anzuheben. Erst vergangenen Mittwoch hatte Arnault laut Nachrichtenagentur AFP Premierminister Jean-Marc Ayrault im persönlichen Gespräch erklärt, wie wenig er davon hält. Da hatte er den Antrag in Belgien schon gestellt.

Für die politischen Gegner Hollandes ist Arnaults Entscheidung ein gefundenes Fressen. Der ehemalige konservative Premierminister François Fillon macht die Regierung für Arnaults Entscheidung verantwortlich, wie AFP berichtete. „Wenn man dämliche Entscheidungen trifft, kommt man zu furchteinflößenden Ergebnissen“, sagte der Politiker. Für ihn steht fest, dass Arnault aus steuerlichen Erwägungen handelt.

Unmittelbare Steuervorteile kann Arnault aus dem Erwerb der belgischen Staatsbürgerschaft offenbar nicht ziehen, meinen Experten. Zwar stehen Reiche in Belgien besser, weil es dort keine Vermögenssteuer gebe und nur eine geringe Steuer auf Kapital, schreibt „La Libre Belgique“ unter Berufung auf Steuerexperten. Für die Besteuerung sei jedoch der Wohnsitz ausschlaggebend, nicht die Staatsangehörigkeit.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Sozialisten hätten sich eine solche Ohrfeige mal verdient.

  • Liebe Leute, das ist doch genau dieselbe Reaktion, wie wir sie bei einer langen Reihe von deutschen Unternehmern sehen, von Benteler über Piëch bis Wirth, ohne die Boehringers und viele, viele andere zu vergessen, die vor schwachsinnigen Steuersystemen und dem allzu ungenierten Bestreben, immer nur auf Kosten der Anderen zu leben, in's Ausland gehen. Mit ihnen geht ihr unternehmerisches Engagement. Warum lebt der IKEA-Gründer Kamprad in der Schweiz und Mittal in England, von den vielen reichen Russen ganz zu schweigen ?

  • Wenn jemand so wenig einverstanden ist mit der (Steuer-)Politik seines Landes, dann kann er die Staatsbürgerschaft wechseln. Auch das ist Demokratie und Freiheit.

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