Ärger mit der Türkei
Bundesregierung fordert Zugang zu inhaftierter Übersetzerin

Die türkische Regierung spricht von einem sicheren Land für Journalisten, Kritiker sehen das Ende der Pressefreiheit. Jetzt sitzt in der Türkei auch eine Übersetzerin aus Deutschland in Haft. Die Gründe sind noch unklar.
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Berlin/IstanbulDie Bundesregierung fordert Zugang zu einer in der Türkei inhaftierten deutschen Übersetzerin. „Für uns ist es wichtig, dass wir uns um sie als deutsche Staatsangehörige kümmern können“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Freitag in Berlin. Mesale Tolu, die für die linksgerichtete Agentur Etha arbeitet, war bereits am 30. April von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen worden, wie die ARD am Donnerstag berichtet hatte.

Die Bundesregierung habe nicht von türkischer Seite von diesem Haftfall gehört, sondern aus anderen Quellen, erklärte das Auswärtige Amt. Die türkischen Behörden hätten damit das Wiener Übereinkommen für konsularische Beziehungen verletzt.

Die ARD hatte am Donnerstag berichtete, seit dem 6. Mai sitze Tolu im Istanbuler Frauengefängnis. Ein Richter erließ dem Bericht zufolge Haftbefehl wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation.

Laut tagesschau.de wurde Tolu in Ulm geboren. 2007 hatte sie den Angaben zufolge die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und die türkische abgegeben. Auf die Frage, was das Auswärtige Amt über den Verbleib des zweijährigen Sohnes der Übersetzerin wisse, der während der Polizei-Razzia wohl in der Wohnung zugegen gewesen sei, antwortete Schäfer, er sei sehr sicher, dass das Kind bei der Familie sei und gut betreut werde.

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