Ärger mit Wahlmaschinen
Sarkozy und Royal machen das Rennen

Eine Sensation ist ausgeblieben: Im Rennen um das französische Präsidentenamt kommt es ersten Hochrechnungen zufolge am 6. Mai zu einer Stichwahl zwischen dem konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy und der Sozialistin Segolene Royal. Den Berechnungen mehrerer Institute zufolge gewann Sarkozy die erste Runde am Sonntag überraschend klar mit knapp 30 Prozent vor Royal mit knapp 26 Prozent.

rut/ali/HB PARIS. Die 53-jährige Exfamilienministerin ist damit die erste Frau, die den Sprung in die zweite Runde einer Präsidentschaftswahl geschafft hat und am 6. Mai den Élysée-Palast erobern könnte. Wegen seines deutlichen Erstrundensieges geht UMP-Chef Sarkozy als Favorit in das Duell um die Nachfolge Jacque Chiracs. Royals Chancen in der Stichwahl hängen nun entscheidend davon ab, inwieweit ihr die Wähler des Zentrumskandidaten François Bayrous die Stimme geben.

Bayrou landete klar abgeschlagen auf Platz drei, die von mehreren Fernsehsendern veröffentlichten Prognosen sehen ihn bei rund 17 Prozent sehen. Für den liberalen Spitzenkandidaten ist die Wahl damit zwar zu Ende, dennoch hat er mit diesem Ergebnis einen spektakulären Erfolg erzielt. Denn 2002 kam er nur auf 6,84 Prozent. Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen, der vor fünf Jahren noch sensationell die Stichwahl erreicht hatte, kam mit für ihn enttäuschenden elf Prozent auf Platz vier. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für Montagmorgen erwartet.

Einen Erfolg können alle Kandidaten für sich verbuchen: Der Run auf die Wahllokale war riesig. Vor den Wahlkabinen bildeten sich den ganzen Tag über zum Teil lange Schlangen. Bereits am frühen Abend zeichnete sich ein historischer Rekord bei der Wahlbeteiligung ab. Um 17 Uhr hatten landesweit schon 73,87 Prozent der Franzosen gewählt, rund 15 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Schon zu dieser Uhrzeit haben mehr Franzosen gewählt als 2002 insgesamt. Die Meinungsforschungsinstitute CSA und Ifop prognostizierten, dass die Beteiligung insgesamt 85 bis 87 Prozent erreicht.

Sogar in den eher wahlmüden Einwanderervierteln war der Andrang diesmal groß. In Clichy sous Bois, wo 2005 die Jugendunruhen ihren Ausgang genommen hatten, schrieben sich 10,73 Prozent erstmals in die Wahllisten ein. Die meisten Präsidentschaftskandidaten gingen früh am Tag zu den Urnen. Nicolas Sarkozy, Francois Bayrou und Jean-Marie Le Pen hatten bereits am Vormittag ihre Stimme abgegeben.

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