Ärger wegen CIA-Aktion
Italien erhebt Entführungs-Vorwürfe gegen USA

Zwischen Rom und Washington gibt es neue Spannungen. Grund ist die mutmaßliche Verschleppung eines terrorverdächtigen islamischen Geistlichen durch CIA-Agenten in Mailand. Die italienische Regierung bestellte daraufhin den US-Botschafter ein.

HB ROM. Zugleich wies die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi amerikanische Berichte zurück, wonach die italienischen Behörden über die spektakuläre Aktion des US-Geheimdienstes informiert gewesen seien.

Nach italienischen Berichten hatten CIA-Beamte im Februar den Imam einer Moschee in Mailand, gegen den bereits die örtliche Staatsanwaltschaft wegen Terrorismus ermittelte, auf offener Straße aufgegriffen und zum Verhör nach Ägypten verschleppt. Der Mann namens Abu Omar sei dort auch gefoltert worden. Die Justiz in Mailand ermittelt bereits gegen 13 CIA-Geheimdienstagenten wegen des Verdachts der Entführung.

Das Thema wurde am Donnerstag auch im römischen Senat behandelt. Die umstrittene Operation sei „zu keinem Zeitpunkt weder der Regierung noch anderen staatlichen Institutionen zur Kenntnis gebracht“ worden, sagte der Minister für Parlamentsangelegenheiten, Carlo Giovanardi. Daher habe es auch keine Erlaubnis von Seiten der römischen Behörden gegeben, fügte er hinzu. Der US-Botschafter sei derzeit nicht in Rom, werde aber vermutlich noch diese Woche der Regierung Rede und Antwort stehen.

Die „Washington Post“ hatte am Donnerstag berichtet, der Chef des CIA-Außenpostens in Rom habe vor der Aktion seinen italienischen Geheimdienstkollegen unterrichtet und seine Genehmigung eingeholt. Die Zeitung berief sich dabei auf drei CIA-Veteranen „mit Kenntnis von der Operation“. Danach gaben die CIA-Beamten an, beide Seiten hätten sich damals ausdrücklich darauf verständigt, „dass keiner von ihnen eine Verwicklung (in die Aktion) zugibt, sollte die Operation publik werden“.

Bereits kürzlich waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern erheblich gespannt. Auslöser waren die tödlichen Schüsse von US- Soldaten auf den italienischen Geheimdienstler Nicola Calipari in Bagdad, kurz nachdem dieser die glückliche Freilassung einer Geisel erreicht hatte. Berlusconi selbst gilt als enger politischer Freund der USA.

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