AfD-Chef kritisiert Frankreich und Italien: Lucke schwebt eine Kern-Euro-Zone vor

AfD-Chef kritisiert Frankreich und Italien
Lucke schwebt eine Kern-Euro-Zone vor

Geht es nach AfD-Chef Bernd Lucke, treten Frankreich und Italien aus dem Euro-Raum aus. Es sei falsch, den Ländern immer wieder Aufschub zu gewähren. Seiner Partei schwebt eine Art „Kern-Eurozone“ vor.
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BerlinDer AfD-Vorsitzende Bernd Lucke hat Frankreich und Italien aufgefordert, die Euro-Zone zu verlassen. Es sei falsch, dass sich aktuell alle auf Griechenland konzentrierten, sagte Lucke am Mittwoch. Selbst das bisher scheinbar stabile Finnland habe in den vergangenen Jahren drastisch an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt.

„Noch bedrückender ist es, dass große und für den Euro zentrale Länder wie Italien und Frankreich ihre Schwierigkeiten nach wie vor nicht bewältigen können und stets Aufschub gewährt bekommen“, fügte der Vorsitzende der euroskeptischen Partei hinzu.

Lucke sagte weiter, Griechenland sollte nur das erste Land sein, das aus der Währungsunion ausscheide. Der AfD schwebt eine Art „Kern-Eurozone“ von Staaten vor, die in etwa die gleiche Wirtschaftskraft wie Deutschland vorweisen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Lucke hat aus wirtschaftlicher Sicht natürlich recht. Aber politisch lässt sich das erst dann umsetzen, wenn es zu spät ist, d.h. wenn auch Deutschland als Zahler ausfällt. Die Fehlentscheidung einer Gemeinschaftswährung, von der die Franzosen erwarteten Deutschland disziplinieren zu können, ist nicht wieder gut zu machen. Nur wenn die 10-fache Anzahl derer, die gegen die Atomkraft demonstriert haben, auf die Strasse gehen und in Berlin und Frankfurt (EZB) "Randale" machen, könnte die deutsche Politik zu drastischen Maßnahmen gezwungen werden. Diese Gegenwehr sehe ich aber nicht. So werden wir mehr oder weniger fühlbar langsam enteignet. Der wirtschaftliche Sachverstand hat gerade bei der Wahl in HH gezeigt, dass er schwach ausgeprägt ist.

  • Man hätte seit je auf Lucke hören sollen. Er hat als Wirtschaftsprofessor mehr unabhängigkeit und Sachverstand als die traurigen Gestalten, die in Berlin unsere Politik gestalten und dabei fast alles verwettet und verloren haben.

  • Jetzt warten Sie doch erstmal ab, wie sich die Schweiz entwickelt. Immerhin ist der Lebensstandard dort viel höher als bei uns, das wird auch bei geringfügig steigender Arbeitslosigkeit so bleiben.

    Es ist natürlich immer ein Tradeoff, mit billigen Arbeitskräften (auch durch schwache Währung) hat man weniger Arbeitslosigkeit als mit teurern. Allerdings haben historisch gesehen gerade Staaten mit harter, teurer Währung oft den größten Wohlstand für die breite Bevölkerung (nicht nur einzelne Exportunternehmen) erzielt und nicht die Schwachwährungsländer. Vielleicht kann man hier aus der Geschichte Lehren für die Zukunft ziehen.

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