Affäre Strauss-Kahn
Griechenland verliert einen wichtigen Verbündeten

Einfach hatten es die Griechen mit Dominique Strauss-Kahn nicht immer. Doch in der Finanzkrise galt er als Anwalt des Landes. Sein wahrscheinliches Karriere-Ende trifft Griechenland hart – nur sagen will es keiner.
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AthenDie griechische Regierung hüllte sich zum Fall Strauss-Kahn zunächst in Schweigen: „Kein Kommentar“,  hieß es in Athen. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren, sagt man in Regierungskreisen, noch seien die Vorwürfe ungeklärt und jeder Beschuldigte bis zum Beweis des Gegenteils unschuldig – das Übliche also. Aber bei nüchterner Betrachtung weiß man natürlich auch in  Athen: die politische Karriere des Dominique Strauss-Kahn ist zu Ende. „Wir verlieren einen Freund“, sagt ein griechischer Diplomat. Ähnlich sieht man es in Finanzkreisen an der Akropolis.

Auch wenn der Sprecher der griechischen Regierung, Giorgos Petalotis, am Sonntag noch erklärte, die griechische Regierung verhandele mit Institutionen, nicht mit Einzelpersonen. Unbeeinträchtigt von den Vorfällen fahre sie mit der Umsetzung des Programms fort, mithilfe dessen Griechenland aus der Krise komme.

Was sich im Sofitel am New Yorker Times Square zugetragen haben soll, ist politisch brisant genug. Aber Regierungssprecher Petalotis muss besonders aufpassen, dass ihm kein falsches Wort über die Lippen kommt. Denn die Beziehungen zwischen dem IWF-Chef und dem Athener Premier Giorgos Papandreou waren jüngst gespannt. Der Grund: Anfang Mai sendete der griechische Privatkanal Alpha TV einen bis dahin unbekannten französischen Interviewausschnitt, in dem Strauss-Kahn enthüllt, Papandreou habe bereits im November 2009 - wenige Tage nach seiner Wahl und sechs Monate, bevor er um Finanzhilfe der EU bat - hinter den Kulissen Kontakt zum IWF aufgenommen und über ein Rettungskonzept für Griechenland verhandelt.

Die griechische Regierung habe sich damals eine „Intervention“ des IWF gewünscht, Papandreou habe das aber aus politischen Gründen der griechischen Öffentlichkeit verheimlichen müssen, plauderte Strass-Kahn aus - und brachte damit den griechischen Regierungschef in Erklärungsnot. Schließlich hatte Papandreou noch im November 2009 das Ausmaß der Krise öffentlich heruntergespielt und versichert, sein Land brauche keine Hilfskredite.

Möglicherweise auf Druck der Athener Regierung ließ Strauss-Kahn seine Interview-Äußerung inzwischen relativieren: es habe damals nur Gespräche über „technische Hilfe“ des IWF beim Finanzmanagement und der Bekämpfung der Steuerhinterziehung gegeben, hieß es in einer vor zehn Tagen herausgegebenen Erklärung des Fonds.

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Kommentare zu " Affäre Strauss-Kahn: Griechenland verliert einen wichtigen Verbündeten"

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  • Oh je,da wird den Griechen jetzt aber mächtig die Düse gehen.Ihr bester "Arbeiter" sitzt im Knast!

  • Welche politischen Konsequenzen diese Affäre bis in alle Einzelheiten haben wird, ist noch gar nicht abzusehen. Möglicherweise verhift sie Madame Le Pen auf den französischen Präsidentensessel. Griechenland verliert auf jeden Fall einen prominenten Führsprecher. Kommt es zu einem griechischen Schuldenschnitt? Wer wird Nachfolger von Strauss-Kahn? Wie sieht die zukünftige Politik des IWF aus? Wie wird sich Merkel angesichts der neuen Lage positionieren? Die nächsten Tage werden spannend.

  • Der Boris hat es ein wenig geschickter gemacht,
    aber nur ein wenig.

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