Afghanistan
100 Verletzte bei Taliban-Anschlag auf Nato-Quartier

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan haben die Taliban mit einem Selbstmordanschlag vor dem Nato-Hauptquartier in Kabul die Angst in der Bevölkerung geschürt. Der Attentäter sprengte sich im schwer bewachten Diplomatenviertel in einem Auto in die Luft und riss sieben Afghanen mit in den Tod. Knapp 100 Menschen wurden verletzt, wie das afghanische Verteidigungsministerium mitteilte.

rtr KABUL. Unter den Verletzten sind neben vielen Zivilisten auch mehrere Isaf-Soldaten. Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte das Attentat und rief seine Landsleute auf, ungeachtet der Gewalt sich am Donnerstag an der Wahl zu beteiligen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte Karsai und bekräftigte das deutsche Engagement am Hindukusch.

Zu dem Anschlag in der Hochsicherheitszone bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Ziel sei eigentlich die nahe gelegene US-Botschaft gewesen, der Angreifer habe aber nicht bis dorthin vordringen können, sagte ein Sprecher der Rebellen der Agentur Reuters über Satellitentelefon. Die Islamisten haben zum Boykott der Wahl aufgerufen und ihre Angriffe verstärkt. Am Sonntag warnten die Taliban die Bevölkerung erneut vor Anschlägen auf Wahllokale und ausländische Soldaten.

"Die Feinde Afghanistans versuchen während des Wahlkampfs, in der Bevölkerung Angst zu schüren", erklärte Karsai. "Aber die Menschen wissen ganz genau, wie wichtig es ist, ihre Stimme abzugeben." Bei der Wahl geht Karsai als Favorit ins Rennen. Angesichts Dutzender Herausforderer könnte er allerdings in der ersten Runde die absolute Mehrheit verfehlen. Dann käme es in sechs Wochen zu einer Stichwahl.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) unterstrich die Entschlossenheit Deutschlands bei der Bekämpfung der Taliban. "Unsere Antwort auf diesen Anschlag lautet: Wir werden im Kampf gegen den Terrorismus nicht nachlassen, wir werden nicht weichen", sagte Jung der "Welt am Sonntag". Der Minister räumte ein, dass der Anschlag "die Gefährlichkeit, aber auch die Brutalität der Taliban unter Beweis" stelle.

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