Afghanistan
14 Tote bei Absturz von NATO-Maschine

Bei einem NATO-Einsatz in Afghanistan sind am Samstag 14 britische Soldaten ums Leben gekommen. Ihr Flugzeug stürzte im Süden des Landes in der Nähe von Kandahar ab.

HB KANDAHAR. Verteidigungsminister Des Browne sprach in London von einem schrecklichen Unglück. Großbritannien ist ebenso wie Deutschland an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) beteiligt und hat dort nahezu 4.000 Soldaten stationiert. Die Maschine vom Typ Nimrod MR2 sei plötzlich vom Radar verschwunden und in ein offenes Gelände gestürzt, sagte ein Sprecher der ISAF, Major Scott Lundy. Hinweise auf einen gegnerischen Beschuss gebe es nicht. Ein Mann, der sich als Sprecher der Taliban ausgab, sagte jedoch, das Flugzeug sei von den Rebellen mit einer Stinger-Rakete abgeschossen worden. Die Absturzstelle liegt etwa 20 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Kandahar.

Ein Bewohner des Dorfes Tschalaghor berichtete, er habe Flammen am Heck des Flugzeugs gesehen, bevor es in einer gewaltigen Explosion zu Boden gestürzt sei. Einheiten der NATO und der afganischen Streitkräfte gingen am Samstag im Bezirk Pandschwaji, zu dem auch Tschalaghor gehört, gegen Aufständische vor. Die Kämpfe seien aber etwa zehn Kilometer entfernt gewesen, sagte der Dorfbewohner Abdul Manan.

Bei den meisten Todesopfern handle es sich um Angehörige der Luftwaffe, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Seit Beginn des ISAF-Einsatzes vor knapp fünf Jahren sind damit 36 britische Soldaten ums Leben gekommen. In Kabul berichtete der Direktor der UN-Behörde zur Bekämpfung der Drogenkriminalität (UNODC), Antonio Maria Costa, von einem weiter steigenden Opium-Anbau in Afghanistan. Die Produktion erreiche in diesem Herbst den Rekordwert von 6.100 Tonnen, sagte Costa. Das sind 59 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und übertrifft den weltweiten Konsum des Rauschgifts um 30 Prozent. Der Opiumanbau in Afghanistan sei „außer Kontrolle“ geraten, sagte der UNODC-Direktor.

Die jüngsten Zahlen seien alarmierend, sagte Costa nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Aus Afghanistan stammen demnach 92 Prozent der weltweiten Produktion von Opium, des Grundstoffs für die Herstellung von Heroin. Der UN-Beauftragte rief die Regierung in Kabul zu einem härteren Durchgreifen gegen den Drogenanbau und korrupte Beamte auf. Die höchste Steigerung des Opium-Anbaus - 162 Prozent - wurde in der südafghanischen Provinz Helmand registriert. Dort kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen Taliban-Rebellen und NATO-Soldaten.

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