Afghanistan
Abdullah erklärt sich zum Sieger der Präsidentenwahl

Bei der zweiten Wahlrunde in Afghanistan liegt er hinten, doch für Abdallah hat das scheinbar nichts zu bedeuten. Der Ex-Außenminister erklärt sich zum Wahlsieger und wirft zudem seinem Kontrahenten Ghani Betrug vor.
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KabulDer afghanische Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah hat sich trotz gegenteiliger vorläufiger Wahlergebnisse zum Sieger der zweiten Wahlrunde Mitte Juni erklärt. „Wir sind stolz, wir respektieren das Votum des Volkes, wir haben gewonnen“, sagte der frühere Außenminister am Dienstag vor tausenden Anhängern in Kabul. Er werde ein „betrügerisches Ergebnis“ nicht akzeptieren – „nicht heute, nicht morgen, niemals“, rief Abdullah der Menschenmenge zu.

Gemäß den vorläufigen Wahlergebnissen, die am Montag veröffentlicht worden waren, hat Abdullahs Kontrahent, der frühere Finanzminister Aschraf Ghani, die Stichwahl mit 56,4 Prozent gewonnen. Er lag damit deutlich vor Abdullah, der auf 43,5 Prozent kam. In der ersten Wahlrunde hatte Abdullah noch mit großem Vorsprung an der Spitze gelegen.

Er warf Ghani bereits kurz nach der Stichwahl Fälschung vor. Eine Beschwerdekommission soll nun sämtliche Einwände gegen das Wahlergebnis prüfen. Das offizielle Ergebnis soll dann am 24. Juli bekannt gegeben werden.

Trotz seiner Vorwürfe an das gegnerische Lager sagte Abdullah, dass er keine Spaltung des Landes anstrebe. „Wir wollen die nationale Einheit und die Würde Afghanistans erhalten“, sagte er. „Wir wollen keinen Bürgerkrieg, wir wollen keine Krise. Wir wollen Stabilität, nationale Einheit, keine Spaltung.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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