Afghanistan
Ärzte dürfen nicht zu entführten Koreanern

Die Lage für die seit zweieinhalb Wochen in Afghanistan verschleppten Südkoreaner wird immer dramatischer. Obwohl die Geiseln schwer krank sein sollen, verweigerten die radikal-islamischen Taliban Ärzten auch am Samstag den Zugang zu den 21 Entführten. Auch der Nervenkrieg um die deutsche Geisel dauert an.

HB KABUL/SEOUL/BERLIN. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstag, man traue den Medizinern nicht. Sollten die nach seinen Angaben schwer erkrankten Geiseln wegen falscher Behandlung sterben, würden die Taliban für deren Tod verantwortlich gemacht, argumentierte Ahmadi. Derweil dauerte der Nervenkrieg um den am 18. Juli entführten deutschen Bauingenieur Rudolf B. an. In Deutschland ging die Debatte über das weitere Engagement der Bundeswehr in Afghanistan in eine neue Runde.

Die Taliban schraubten am Samstag ihre Bedingung für ein bilaterales Treffen mit Unterhändlern Seouls nach eigenen Angaben herunter. Ahmadi sagte, sollte eine Zusammenkunft außerhalb des von den Rebellen kontrollierten Gebietes stattfinden, müssten die Vereinten Nationen die Sicherheit der Taliban garantieren. Bisher hatte Ahmadi ein Treffen außerhalb des Taliban-Gebietes ausgeschlossen. Seoul will sich durch direkte Verhandlungen mit den Taliban offenbar aus der Abhängigkeit von der afghanischen Regierung lösen. Die Taliban fordern die Freilassung von acht inhaftierten Gesinnungsgenossen im Tausch gegen die Geiseln.

Südkorea setzt bei seinen Bemühungen um das Leben der Landsleute seine Hoffnungen auch auf das bevorstehende Treffen zwischen US- Präsident George W. Bush und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Karsai wird an diesem Sonntag in Washington erwartet. Rund 300 Familienangehörige und Freunde nahmen am Samstag Abschied von Shim Sung Min, der am vergangenen Montag als zweite Geisel in der Gruppe der verschleppten Koreaner von seinen Entführern erschossen wurde.

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