Afghanistan
Attentäter feuern Raketen auf Bundeswehr-Feldlager

Wenige Tage vor der Bundestagsabstimmung über die Verlängerung des ISAF-Mandats der Bundeswehr werden die deutschen Soldaten erneut Ziel von Anschlägen in Afghanistan. Im Feldlager in Kunduz sind vier Raketen eingeschlagen.

HB BERLIN/KABUL. Eines der Geschosse durchschlug das Küchengebäude, ohne jedoch zu explodieren. Im Gegensatz zum Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille am vergangenen Freitag wurde aber niemand verletzt, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe. Es sei auch zu einem Schusswechsel gekommen. Über die Identität der Angreifer - die flüchten konnten - wurden keine Angaben gemacht.

Die drei deutschen Soldaten, die bei dem Selbstmordanschlag am Freitag in Kundus verletzt wurden, werden am Montagabend auf dem Flughafen Köln-Bonn erwartet. Sie sollen in Deutschland weiter behandelt werden. Einer von ihnen war schwer verletzt worden und musste noch im Feldlazarett Masar-i-Scharif operiert werden.

Ministeriumssprecher Raabe sagte vor der Bundespressekonferenz, mit den Anschlägen solle die bevorstehende Bundestagsentscheidung an diesem Freitag beeinflusst werden. Es wird damit gerechnet, dass die große Mehrheit des Parlaments der Mandats-Verlängerung - zu dem auch der Einsatz der deutschen Tornados gehört - zustimmen wird.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, sprach sich eindringlich für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr aus. Mit Blick auf das Votum sagte er: „Wir sind verurteilt, den Weg, den wir begonnen haben, zu Ende zu gehen.“ Trotz hoher Sicherheitsrisiken für die Soldaten und massiver Defizite beim Aufbau der afghanischen Polizei müsse Deutschland an seinem Engagement festhalten.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte unter dem Eindruck der jüngsten Anschläge erneut für eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes geworben. „Ich sehe eine klare Chance für einen Erfolg in Afghanistan“, sagte er.

Die bisher getrennten Mandate für die deutsche Beteiligung an der internationalen Schutztruppe ISAF und für den Einsatz von Tornado- Aufklärungsflugzeugen sollen mit der Abstimmung zusammengelegt werden. Union, SPD und FDP haben bereits Zustimmung signalisiert. Die Grünen werden sich voraussichtlich mehrheitlich enthalten oder dagegen stimmen. Die Partei Die Linke wird nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi geschlossen gegen den Einsatz votieren. Über das Mandat zur Beteiligung an dem US-geführten Anti- Terroreinsatz „Enduring Freedom“ soll erst im November entschieden werden.

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