Afghanistan
Bombenanschlag in Kabuls Diplomatenviertel

Eine schwere Bombenexplosion hat am Morgen die afghanische Hauptstadt Kabul erschüttert. Bei dem Anschlag im Diplomatenviertel in der Nähe des Regierungsgebäudes sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

HB KABUL. Die schwere Explosion ereignete sich in einem Gebiet, indem die amerikanische und britische Botschaft, aber auch Militäreinrichtungen liegen. Eine große Rauchwolke stieg auf. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah zwei Leichen, Dutzende Fahrzeuge brannten.

Afghanische Soldaten trugen verletzte Zivilisten zu Rettungswagen in der Nähe eines zerstörten Autos, das das Abzeichen der Isaf-Schutztruppe trug. Das italienische Verteidigungsministerium erklärte, unter den Opfern seien auch Italiener. Insgesamt seien vermutlich sechs Menschen zu Schaden gekommen. Ob es auch Tote gabe, war zunächst unklar. Ein Isaf-Sprecher erklärte, ihm lägen noch keine Informationen zu dem Zwischenfall vor.

Der Anschlag ereignete sich auf einer Straße, die die US-Botschaft mit dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt verbindet und oft von ausländischen Militärkonvois genutzt wird. Unweit des Ortes befinden sich zahlreiche diplomatische Vertretungen.

Kurz vor der Explosion hatte der afghanische Staatschef Hamid Karsai eine Pressekonferenz im ebenfalls nahe gelegenen Präsidentenpalast abgehalten. Dabei hatte Karsai gefordert, den Betrugsvorwürfen nach der Präsidentenwahl in Afghanistan nachzugehen. "Betrug, wenn es ihn gab, muss untersucht werden, und zwar fair und vorurteilslos", sagte Karsai am Donnerstag in Kabul.

Ungeachtet dessen glaube er fest daran, dass die Wahl rechtmäßig abgelaufen sei. Es habe keinen Betrug in dem "Ausmaß gegeben, von dem die Medien berichten". Nach dem vorläufigen Endergebnis hat Karsai die absolute Mehrheit der Stimmen gewonnen. Es bestehen jedoch Zweifel, ob nicht ein Teil der Stimmen gefälscht wurde.

Karsais stärkster Herausforderer bei der Wahl im August, Abdullah Abdullah, forderte eine schnelle Aufklärung der Fälschungsvorwürfe. Wenn eine illegitime Regierung weitere fünf Jahre an der Macht bliebe, würde dies die radikal-islamischen Taliban stärken, sagte Abdullah in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das wäre dann der Fall, wenn die Wahl durch Betrug entschieden würde, wenn also nicht alle betrügerischen Wahlzettel aus dem Ergebnis herausgerechnet würden", fügte er hinzu.

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