Afghanistan
Bundeswehr befiehlt Luftangriff auf Aufständische

Nach Gefechten der afghanischen Armee mit den Taliban hat die Bundeswehr Luftangriffe angeordnet. Bei dem Einsatz eines amerikanischen Kampfjets sollen drei Aufständische getötet worden sein.
  • 11

Berlin/KundusErstmals seit mehr als zwei Jahren sind in Nordafghanistan auf Befehl der Bundeswehr Aufständische von einem Kampfjet bombardiert worden. Der Einsatz einer US-Maschine vom Typ A-10 erfolgte am Samstagnachmittag (Ortszeit) nach einem Angriff auf einen Außenposten der afghanischen Streitkräfte bei Isa Khel in der Nähe des deutschen Feldlagers von Kundus. Nach ersten Untersuchungen seien durch den Abwurf einer Bombe keine Zivilisten getötet worden, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Sonntag mit. Die afghanischen Streitkräfte vermuteten drei getötete Aufständische. Dies sei aber von der internationalen Schutztruppe Isaf noch nicht bestätigt worden.

Die Unterstützung aus der Luft war von den afghanischen Streitkräften angefordert worden, nachdem sie sich in einem stundenlangen Gefecht nicht gegen die Taliban durchsetzen konnten. Vor dem Bombardement habe der Kampfjet das Gebiet zweimal zur Warnung überflogen, aber keine Wirkung erzielt, hieß es aus dem Einsatzführungskommando. Bei dem Einsatz seien alle Regeln und Vorschriften der internationalen Schutztruppe Isaf eingehalten worden.

Der lokale Polizeichef Ghulam Mohayyuddin sprach von einem dreieinhalbstündigen Gefecht. Angesichts einer großen Zahl von Angreifern hätten Polizei und die afghanische Armee Verstärkung geschickt. Zur Frage der Opfer machte der Polizeichef andere Angaben als die afghanischen Streitkräfte. Er berichtete, vier Aufständische und ein Polizist seien getötet worden. Bei dem Luftangriff selbst hat es nach seinen Angaben keine Opfer gegeben.

Im nordafghanischen Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr ist der Waffeneinsatz aus der Luft gegen die Taliban äußerst selten. Laut Einsatzführungskommando schoss zuletzt im Februar 2011 ein von deutscher Seite angeforderter US-Flieger mit seiner Bordkanone auf Aufständische. Am 4. September 2009 bombardierte die US-Luftwaffe auf Befehl des deutschen Oberst Georg Klein zwei Tanklaster, die auf einer Sandbank des Kundus-Flusses festgefahren waren. Klein ging davon aus, dass die Transporter als fahrende Bomben gegen die Bundeswehr genutzt werden könnten. Bei dem Bombardement kamen mindestens 91 Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Afghanistan: Bundeswehr befiehlt Luftangriff auf Aufständische"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Grünen fordern einen Untersuchungsaussuss zu diesen Vorfall und die Roth fliegt zur Beerdigung der Taliban nach Afghanistan.

    Lasst doch die Soldaten in Ruhe und weckt nicht ROTE Und GRÜNE auf, die Deutschland wieder Kriegsfähig gemacht haben. Die Kriegstreiber und durch Dumheit Getriebene sollten alle mal auf Patrollienfahrten mitmachen.

  • Wie hängt die Überschrift mit der Nachricht zusammen? Die afghanische Armee hat Luftunterstützung bei den Amerikanern angefordert.

  • Steht die USA momentan nicht wieder auf der Seite der Taliban (Al Kaida)? Zumindest scheint es in Syrien der Fall zu sein.
    Wieso kämpfen die dann gegeneinander?
    Außerdem will unsere Regierung doch jetzzt auch auf der Seite Obamas gegen Assad vorgehen. Und den bekämpfen doch auch die Al-Kaida (Islamisten).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%