Afghanistan
Bundeswehr fängt Taliban-Anführer

Die Task Force 47 der Bundeswehr fahndet in Afghanistan nach Anführern der Taliban. Nun ist der Spezialtruppe in Kundus ein wichtiger Aufständischer ins Netz gegangen. Bei Anschlägen im Osten des Landes kamen 14 Extremisten ums Leben.
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HB KABUL. Spezialkräfte der Bundeswehr und afghanische Sicherheitskräfte haben in der nordafghanischen Provinz Kundus einen hochrangigen Taliban-Kommandeur gefasst. Die deutsche Task Force 47 sei an der Operation gegen Maulawi Roshan beteiligt gewesen, teilte die Bundeswehr mit. Roshan habe Verbindungen zur Taliban-Führung im benachbarten Pakistan gehabt. Er werde seit Mitte 2009 mit zahlreichen Anschlägen auf die Internationale Schutztruppe ISAF und auf afghanische Ziele in Verbindung gebracht.

Roshan sei den afghanischen Behörden übergeben worden, teilte die Bundeswehr weiter mit. Niemand sei zu Schaden gekommen. Die ISAF meldete, Roshan habe auch als "unrechtmäßiger Richter" der Aufständischen in Kundus operiert. Die Taliban hätten ihn zudem als stellvertretenden "Schattengouverneur" für die Provinz eingesetzt. Roshan sei bereits am Dienstag gefasst worden.

Die Taliban haben in den meisten afghanischen Provinzen Parallelstrukturen zur afghanischen Regierung aufgebaut und eigene Schattengouverneure und Richter eingesetzt. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Schattengouverneure im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr bei Militäroperationen getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen besetzten die Taliban die Stelle in Kundus daher zumindest zeitweilig nicht mehr. Auch US-Spezialkräfte gehen in Kundus gezielt gegen Taliban-Anführer vor.

Die ISAF teilte ferner mit, bei einem Taliban-Angriff in der ostafghanischen Provinz Chost seien 14 Aufständische getötet worden. In der südafghanischen Provinz Kandahar seien sechs Aufständische bei einem Luftschlag ums Leben gekommen. In Helmand im Süden seien vier Extremisten getötet und drei weitere gefangen genommen worden. Auch in Ghasni im Südosten und in Kandahar sei es zu Festnahmen gekommen. Bei einem Anschlag im Süden des Landes sei ein ISAF-Soldat getötet worden. Zur Nationalität machte die ISAF wie üblich keine Angaben. Beim Absturz eines Militärhubschraubers in Südafghanistan waren am Dienstag neun US-Soldaten ums Leben gekommen.

2010 ist für die ausländischen Truppen bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan Ende 2001. Seit Jahresbeginn kamen nach Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org mehr ausländische Soldaten ums Leben als im gesamten Vorjahr.

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