Afghanistan
Bundeswehr-Hubschrauber bei Kundus beschossen

In Afghanistan haben aufständische Taliban zwei Hubschrauber der Bundeswehr beschossen. Einer der Hubschrauer wurde getroffen, konnte jedoch zum Flugplatz zurückkehren.
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HB BERLIN. Der Beschuss mit Handwaffen habe sich etwa drei Kilometer nördlich des Feldlagers Kundus ereignet, heißt es in vertraulichen Unterrichtung der Bundeswehr für das Parlament. Der getroffene Hubschrauber sei daraufhin zum Flugplatz Kundus zurückgekehrt. Verletzte habe es nicht gegeben. Das Einsatzführungskommando bestätigte den Beschuss der Hubschrauber, nannte aber keine Einzelheiten.

Zudem griffen die radikal-islamischen Taliban erneut die Nachschubroute der internationalen Truppen im Einsatzgebiet der Bundeswehr an. Die Aufständischen zerstörten zwei Tanklaster eines Versorgungskonvois für die Nato mit Panzerfäusten. Der Vorfall habe sich in Aliabad ereignet, etwa 15 Kilometer südlich vom Lager der Bundeswehr. Provinzgouverneur Mohammad Omar sagte, die Fahrzeuge mit Brennstoff für die NATO-Truppen seien von der tadschikischen Grenze gekommen und auf dem Weg nach Kabul gewesen. Am Rand von Kundus-Stadt seien die Tanklastzüge am Freitag in einen Hinterhalt der Aufständischen geraten. Den beiden Fahrern sei unverletzt die Flucht gelungen. In Aliabad hätten die Taliban vor einigen Wochen auch die beiden Tanklaster entführt, die später auf Anordnung der Bundeswehr bei einem Luftangriff zerstört wurden.

Einer der beiden Fahrer namens Noor Ahmad sagte, die Taliban hätten den Tanklastzügen am Freitagmorgen an der Stadtgrenze nahe des Distrikts Aliabad aufgelauert und von einer Stellung in der Nähe der Straße das Feuer eröffnet. Zunächst seien die Reifen zerschossen worden. Er und sein Kollege in dem anderen Fahrzeug seien daraufhin geflohen und zu einer Polizeistation gerannt. Bei ihrer Rückkehr hätten sie gesehen, wie die Aufständischen die Tanklastzüge mit Panzerfäusten und Schnellfeuergewehren beschossen und zerstört hätten. Ein Reporter der dpa in Kundus sagte, die Polizei habe die Gegend um die Wracks der Fahrzeuge abgeriegelt.

Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte die Attacke vom Freitag, nannte aber auch hier keine Details. Die deutschen Truppen seien jedoch an dem Vorfall nicht beteiligt gewesen. Die Unruheprovinz Kundus ist der gefährlichste Einsatzort der Bundeswehr in Afghanistan. Die deutschen Truppen werden dort immer wieder von Aufständischen angegriffen und in Fallen gelockt.

Bei einem Anschlag und einem Gefecht in Afghanistan wurden unterdessen zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet. Die Nato-geführte Isaf teilte in ihrem Lagebericht mit, ein US-Soldat sei am Freitag an Verletzungen gestorben, die er bei einem Granatenangriff im Osten des Landes erlitten habe. Der zweite Isaf-Soldat, zu dessen Nationalität die Schutztruppe keine Angaben machte, sei am Donnerstag in Südafghanistan bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Nach Angaben des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org sind seit Jahresbeginn mehr als 375 ausländische Soldaten in Afghanistan getötet worden. Bereits jetzt ist 2009 damit das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes.

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