Afghanistan
Bundeswehr steht offenbar Taliban-Offensive bevor

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan planen nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" massive Angriffe auf deutsche ISAF-Truppen. Die Extremisten wollen offenbar vor der Bundestagswahl blutige Gefechte provozieren - und so die Mehrheit im Parlament für den Afghanistan-Einsatz kippen.

dpa/rtr HAMBURG/MINGORA. Das Magazin beruft sich, wie "Spiegel Online" am Freitag berichtete, auf Erkenntnisse der amerikanischen ISAF-Führung in Kabul. Der Bundeswehr und ihren Verbündeten drohe in den kommenden Monaten eine Offensive der Taliban.

Die militanten Islamisten wichen bereits dem militärischen Druck der Amerikaner im Süden und Osten des Landes aus und planten, in Regionen zuzuschlagen, in denen sie weniger Widerstand erwarten, vor allem im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr, erklärte ein hoher US-Offizier laut "Spiegel".

Die Taliban haben demnach ihre Kommandostruktur der neuen Lage bereits angepasst. Seit kurzem folgten die örtlichen Kommandeure im Norden auch zentralen Weisungen der Führung in Peshawar und Quetta in Pakistan und operierten gemeinsam mit Kämpfern der El Kaida.

Pakistans Militär spricht von 143 getöteten Extremisten

Derweil hat die pakistanische Armee bei einer Offensive gegen Taliban-Stellungen in der Krisenregion Swat eigenen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 143 Extremisten getötet. Bis zu 15 000 Sicherheitskräfte seien in der unwegsamen Grenzregion zu Afghanistan im Einsatz, erklärte ein Militärsprecher am Freitag vor Journalisten. Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani wies die Armee an, "die Militanten und Terroristen zu eliminieren".

Insgesamt befinden sich im Swat-Tal nach Armeeschätzungen zwischen 4000 und 5000 Extremisten. Die USA sehen das Erstarken der Taliban im Nordwesten Pakistans mit großer Sorge, unter anderem weil das Land im Besitz von Atomwaffen ist.

Wegen der Kämpfe in dem etwa 130 Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernten Gebiet sind in dieser Woche Zehntausende Menschen geflohen. Insgesamt befinden sich in Pakistan Hunderttausende Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht. In Washington hatte Pakistans Präsident Asif Ali Zardari seinem US-Kollegen Barack Obama versichert, er halte am Ziel fest, die Al-Kaida und ihre Verbündeten zu besiegen. Obama sagte ihm und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai die Unterstützung der USA zu.

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