Afghanistan

Deutscher bei Selbstmordanschlag getötet

Bei einem Selbstmordanschlag eines Jugendlichen in einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist offenbar doch ein Deutscher getötet worden. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings noch nicht.
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Selbstmordattentäter sprengt Armeebus in die Luft

Berlin/KabulBei einem Selbstmordanschlag in einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur doch ein deutscher Staatsangehöriger getötet worden. Das Auswärtige Amt wollte dies zunächst allerdings weder bestätigen noch dementieren.

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr und die afghanische Polizei hatten zunächst erklärt, es handele sich nicht um einen Deutschen.

Nach Angaben der afghanischen Polizei hatte sich ein Jugendlicher in der Aula einer Schule in die Luft gesprengt, die das französische Kulturzentrum für Aufführungen nutzt. Dabei seien ein Ausländer getötet und 20 weitere Menschen verletzt worden.

Heiße Kriege nach dem Kalten Krieg
huGO-BildID: 28850770 (FILES) A file picture taken on July 16, 2012 shows fighters of the Islamist group Movement for Oneness and Jihad in West Afric
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Mali

Mali, das Land im Nordwesten Afrikas, ist zweigeteilt: Im Frühjahr 2012 gab es einen Militärputsch der Rebellengruppe Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA) gegen die malische Regierung. Die Bewegung kämpft für das Recht der Tuareg und zuerst eroberten sie große Teile des Nordens. Doch dann wurden sie von Islamisten, die Al Qaida nahestehen, weitestgehend vertrieben. Seitdem herrscht Chaos in Mali. Denn die Islamisten haben im Norden das Recht der Scharia ausgerufen. Die Flüchtlingsströme im Süden des Landes reißen nicht ab. Rund 230.000 Menschen sind bisher dorthin geflohen, 200.000 haben sich in Nachbarstaaten in Sicherheit gebracht.

French soldiers in operation Serval in Mali
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Eine schnelle Lösung des Konflikts in dem Wüstenstaat wird es wohl nicht geben. Erst sah es so aus, als hätte sich die Lage trotz des Rücktritts der gesamten Regierung im Dezember 2012 etwas beruhigt. Doch Anfang Januar rückten die Extremisten weiter in den Süden vor und waren kurz davor die .Hauptstadt Bamako einzunehmen. Daraufhin veranlasste Frankreichs Präsident François Hollande einen Militäreinsatz gegen die Rebellen, von Frankreich Opération Serval genannt. Ende Januar 2013 eroberten französische und malische Truppen mehrere Städte (Opération Serval), darunter die strategisch wichtigen Städte Gao und Timbuktu, zurück. Eigentlich sollten die französischen Truppen im Frühjahr 2013 abgezogen werden, doch im Sommer verstärkte Frankreich seine Truppen sogar nochmals.

A translator and soldiers take cover from a helicopter's rotor wash while evacuating a 10-year-old girl injured by an IED which detonated approximately 800 meters away from strong point DeMaiwand, Maywand District
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Afghanistan

Der Krieg in Afghanistan hat seine Ursprünge in den 70er Jahren: 1978 gab es in Afghanistan einen Staatsstreich der afghanischen Kommunisten. Die Folge: Bürgerkrieg. Sowjetische Truppen griffen auf Seiten der Kommunisten ein, die Mujahedin-Gruppen – also diejenigen, die für die Verbreitung des Islams eintreten – wurden auf der anderen Seite von Pakistan, Saudi-Arabien und den USA unterstützt. Und plötzlich wurde der Konflikt internationalisiert.

huGO-BildID: 29479179 An Afghan internal refugee child walks to a tent on the outskirts of Jalalabad on January 17, 2013. In 2012 alone, spreadin
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Dass die Taliban mehr und mehr Macht im Land bekamen, lag an einem neuen Bürgerkrieg. Zu viele Rivalitäten der unterschiedlichen Führer und Gruppen nach dem Sturz der Sowjetunion und der Machtübernahme der Mujahedin in Afghanistan machten es den Taliban leicht, ihre Macht auszuweiten.

AFGHAN WOMAN CONVOY
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1994 eroberten sie weite Teile des Landes und gewährten neben anderen Terroristen Osama Bin Ladens al-Qaida Zuflucht. Nach den Anschlägen am 11. September weigerten sie sich, Bin Laden auszuliefern – und die USA griffen an und stürzten die Taliban. Die sind seitdem nach Pakistan ausgewichen. 2004 und 2009 gab es zwar Parlamentswahlen. Und das Land wird auch wieder selbstständiger. Doch die Kontrolle über das Land hat die Regierung bis heute nicht.

EU-Kommissar spricht sich fuer Ruecktritt Gaddafis aus
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Libyen

Der Arabische Frühling ließ plötzlich auch die Menschen in Libyen auf mehr Freiheit und Demokratie hoffen. Denn dort war Muammar Al Gaddafi seit 1969 an der Macht. Er unterdrückte jegliche Opposition im Land, unabhängige staatliche Institutionen gab es unter ihm nicht, die Menschen waren seiner Willkür ausgeliefert. Doch mit den Demonstrationen in Tunesien und Ägypten entwickelte sich auch eine Protestbewegung in Libyen. Doch Gaddafi ging mit äußerster Gewalt gegen sie vor.

APTOPIX Mideast Libya
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Das führte dazu, dass Teile des Militärs zu den Rebellen überliefen, sie bildeten den Nationalen Übergangsrat. Die Nato griff mit Luftschlägen gegen die Truppen des Gaddafi-Regimes ein. Im August 2011 eroberten die Rebellen Tripolis, Gaddafi wurde im Oktober getötet. Danach erklärte der Übergangsrat Libyen für befreit. Doch auch zwei Jahre nach dem Sturz von Gaddafi herrscht längst keine Ruhe in dem nordafrikanischen Land. Derzeit formiert sich Widerstand gegen die neue libysche Regierung. Immer noch gibt es Kämpfe zwischen Milizen.

  • dpa
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