Afghanistan
Drei Isaf-Soldaten sterben bei Anschlag

Wieder haben vermeintliche Verbündete einen tödlichen Anschlag auf die Isaf-Truppen verübt. Terrorkommandos greifen hohe Staatsbedienstete immer häufiger direkt an - mit tödlichen Folgen auch an diesem Sonntag.
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KabulErneut hat ein vermeintlicher Verbündeter in Afghanistan drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet. Die Nato-geführte Isaf teilte am Samstag mit, zu dem Angriff sei es am Vortag gekommen. Aus afghanischen Sicherheitskreisen hieß es, der Attentäter könne Übersetzer oder Polizist gewesen sein.

Ebenfalls am Freitag hatte ein Afghane in Polizeiuniform drei US-Soldaten getötet. Zu beiden Vorfällen war es in der südlichen Provinz Helmand gekommen. In der südwestafghanischen Provinz Nimros erschoss ein Polizist am Samstag elf seiner Kollegen, darunter seinen Vorgesetzten. Der Angreifer sei getötet worden, sagte ein Polizeisprecher. Aus Sicherheitskreisen hieß es, der Täter sei ein Taliban-Kämpfer gewesen, der die Polizei infiltriert habe.

Präsident Hamid Karsai verurteilte die Morde an den Isaf-Soldaten als „Terrorangriffe“. In einer Mitteilung Karsais hieß es, Feinde wollten verhindern, dass Afghanistan eine schlagkräftige Armee und Polizei bekomme. Deswegen griffen sie ausländische Ausbilder an.

Angriffe von Afghanen in Polizei- oder Armeeuniformen auf ausländische Soldaten haben stark zugenommen. Seit Jahresbeginn kam es nach Angaben der Isaf zu 26 solchen Vorfällen mit 34 getöteten Isaf-Soldaten. Nicht eingerechnet ist der Mord an drei Isaf-Ausbildern, die keine Soldaten waren. Im gesamten vergangenen Jahr wurden 21 Fälle mit 35 getöteten Soldaten gezählt.

Bei einem Bombenanschlag in der ostafghanischen Provinz Laghman wurden am Sonntag ein Distriktgouverneur, sein Leibwächter und ein Stammesältester getötet. Aufständische hätten den Sprengsatz ferngezündet, als der Gouverneur des Distrikts Alischeng gemeinsam mit den anderen Opfern in einem Auto auf dem Weg in sein Büro gewesen sei, sagte Vize-Provinzgouverneur Jaliyatullah Hamidi. Ein vierter Insasse des Wagens sei verwundet worden.

Die rund 4.600 deutschen Soldaten im Afghanistan-Einsatz können derweil wieder per SMS Kontakt zur Heimat aufnehmen. Das sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag bei seinem Besuch in der Kyffhäuser-Kaserne im thüringischen Bad Frankenhausen. Vorübergehend hatten die Soldaten keine Kurznachrichten senden und empfangen können, weil eine in dem Bereich mitwirkende Firma insolvent geworden war.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Afghanistan: Drei Isaf-Soldaten sterben bei Anschlag"

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  • Jeder westliche Soldat der dort zu Tode kommt erhöht den Druck auf die Regierungen endlich abzuziehen.
    Hunderttausende Afghanen mussten bei der "Zwangsdemokratisierung" ihr Leben lassen, und es ist doch alles umsonst gewesen. Das war von Anfang an zu erkennen. Deshalb sind unsere Politiker zur Verantwortung zu ziehen die glaubten wir müssten uns am Hindukusch verteidigen!
    Dabei ging es in Wirklichkeit nur um die Kontrolle des Rauschgifthandels den die CIA jetzt in der Hand hat, sowie um einige Bodenschätze.

  • So sit das, wenn westliche Gutmenschen sich die Welt schön reden udn tatsächlich glauben, sie brächten Frieden in diese moslem. Länder.
    Ein Afghane bleibt ein Afghane, und wenne r gut ausgebildet sit von usneren Truppen, dann wendet er seine waffe gegen diese. Denn der Weten golt dort als Besatzer.
    Aber das kapieren usnre Gutmenschen nicht, dazu sind sind sie schlicht zu blöde.
    Jeder westliche Soldat der dort zu Tode kommt, sit einer zu viel

  • "Hier verteidigen sich Patrioten gegen die NATO und deren Korruptimus Maximus!"

    Jaa...sicher....
    Taliban sind alles Patrioten die nur für ihr Land kämpfen, keinerlei religiös faschistische Interessen hegen und eigentlich sehr friedfertig sind.
    Wir böser Westen aber auch, wir sind in Wahrheit an allem Schuld, schon klar....

    Wenn ich so einen Schmarn lese bekomme ich echt eine Mordwut...natürlich läuft viel verkehrt bei uns,
    Geheimdienste sind in fragwürdige Aktionen verwickelt usw usf.
    Aber deswegen ALLES, aber auch wirklich ALLES bei uns als schlecht, böse und korrupt hinzustellen während die Gegenseite glorifiziert wird, ist genauso engstirnig und...ja dumm kann man schon sagen, wie die Leute die den Westen immer auf Teufel komm raus verteidigen.

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