Afghanistan-Einsatz: Ausrüstung der Bundeswehr sorgt für Streit

Afghanistan-Einsatz
Ausrüstung der Bundeswehr sorgt für Streit

Die herbe Kritik an der Ausrüstung der deutschen Soldaten im Afghanistan-Einsatz verunsichert Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): Bisher gebe es noch keine „konkreten“ Pläne für eine Verlegung „zusätzlicher“ Waffensysteme an den Hindukusch, ließ der Minister mitteilen. Derweil spricht auch Kanzlerin Merkel vom „Krieg“ in Afghanistan.
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BERLIN. Denn die Analyse des Gefechts vom Karfreitag, bei dem drei Bundeswehrsoldaten starben, sei „noch nicht abgeschlossen“. Gleichzeitig begründete das Ministerium, warum keine Kampfhubschrauber oder Panzerhaubitzen zum Einsatz kamen: Man habe eine Gefährdung der Bevölkerung ausschließen wollen.

Drei Tote und ein halbes Dutzend Schwerverletzte ist das fatale Ergebnis des bisher letzten Bundeswehr-Gefechts in Afghanistan, bei dem die Deutschen in einen Hinterhalt der Taliban geraten waren. Insgesamt starben am Hindukusch bislang 39 deutsche Soldaten.

Derzeit ist die Analyse, warum ein solcher Blutzoll gezahlt werden muss, in vollem Gange. Sowohl der scheidende als auch der neue Wehrbeauftragte und etliche Experten aus Politik und Industrie haben nach dem Vorfall bei Kundus eklatante Mängel in der Ausrüstung der Soldaten erkannt: falsche gepanzerte Fahrzeuge für solche Gefechtslagen, unzureichende Vorabaufklärung oder fehlende Munition.

Die Liste der angeblichen Versäumnisse in Afghanistan ist lang – und erreichte gestern auch das Verteidigungsministerium. Denn der grundsätzliche Vorwurf hinter all der Kritik lautet: Die Bundeswehr hat sich nicht von der Armee des Kalten Krieges in jene viel beschworene Einsatzwehr entwickelt, die in einem heutigen Krieg vonnöten ist.

Und dass die deutsche Bundeswehr tatsächlich im Krieg ist, davon redet jetzt nicht nur der Verteidigungsminister. Auch Kanzlerin Angela Merkel schloss sich nach langem Zögern diesem lange verpönten Sprachgebrauch öffentlich an.

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  • Zu ergänzen ist:
    Damals war Struck verantwortlich.

    Jedoch Guttenberg hat informatiker in Stuttgart zum iT Gipfelblog eingeladen, bzw die Studenten.

    Arbeitslose informatikerinnen wurden gezielt oder ausgrenzend nicht eingeladen.
    Die Elite soll unter sich bleiben.

  • Die Ausrüstung der bundeswehr ist mangelhaft.

    Während die Soldaten ihr Leben körperlich lassen müssen, wird in der (Rüstungs-) industrie der Psychokrieg gegen die miserabel ausgerüsteten Leiharbeiter mit entsprechendem, existenziellen Vernichtungseffekt geführt.

    Die Militarisierung im berufslebens und die "Verachtung" gegenüber Frauen in den entsprechenden Leiharbeitsbranchen habe ich voll miterleben dürfen.
    Wer Gewalt ausübt ist willkommen und wird wertgeschätzt. Das Feinbild Frauen anschreien und niedermachen: Wertgeschätzt und wirtschaftlich belohnt.
    Die Parallelen liegen auf der Hand.
    Der Führungsstil ist der Gleiche männerdominierte.

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