Afghanistan-Einsatz
Dutzende Taliban-Kämpfer getötet

Bei schweren Gefechten sind im Süden Afghanistans kurz vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan nach Militärangaben mehr als 45 Taliban-Kämpfer getötet worden.

HB KABUL. Die US-geführten Koalitionstruppen teilten mit, Aufständische hätten am Mittwoch eine Patrouille aus Koalitionssoldaten und Kräften der afghanischen Armee in der Provinz Urusgan mit Panzerfäusten angegriffen. Die Bodentruppen hätten zurückgeschossen und seien aus der Luft unterstützt worden. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Berichte über zivile Opfer lägen nicht vor.

Bei zwei Bombenanschlägen in der Südwestprovinz Paktia kamen unterdessen drei afghanische Sicherheitskräfte und ein Ingenieur einer türkischen Straßenbaufirma ums Leben, wie ein Provinzsprecher mitteilte. Der Ramadan beginnt an diesem Donnerstag. Die Taliban haben eine Offensive für den Fastenmonat angekündigt. Am Montag hatten die Rebellen ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit der afghanischen Regierung signalisiert.

Kein rasches Ende des Afghanistan-Einsatzes

Der Kommandeur der von der Nato geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf, US-General Dan McNeill, sieht derweil kein rasches Ende für den Einsatz der derzeit knapp 40 000 Isaf-Soldaten. Ein Abzug von Isaf-Soldaten sei augenblicklich unmöglich. Die Nato müsse zunächst einmal die militärischen Kräfte in Afghanistan verstärken, bevor sie sich später Gedanken über Truppenreduzierung machen könne.

„Ich glaube nicht, dass man derzeit davon sprechen kann, dass die Nato-Soldaten durch afghanische Truppen ersetzt werden könnten“, sagte McNeill am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel. Erst gegen Ende kommenden Jahres erwarte er, dass die Zahl der afghanischen Soldaten von derzeit 40 000 auf die geplante Stärke von 70 000 angewachsen sei. Auch danach werde die afghanische Armee jedoch noch längere Zeit nicht ohne ausländische Hilfe den radikalislamischen Taliban entgegentreten können.

Der für die zivile Präsenz der Nato in Afghanistan verantwortliche Niederländer Daan Everts forderte die Europäische Union zu größeren Anstrengungen auf, um Sicherheit und Rechtstaatlichkeit in Afghanistan zu unterstützen. „Es gibt eine große Ungleichgewichtigkeit zwischen den Anstrengungen der USA und der EU. Die EU müsste mehr und Besseres tun“, sagte Everts. Die EU bemüht sich unter anderem um die Ausbildung der Polizei in Afghanistan. Everts sagte, ungeachtet der EU-Anstrengungen befinde sich die Polizei in schlechtem Zustand.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer will an diesem Donnerstag in Berlin unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Verlängerung des Einsatzes von 3500 Bundeswehrsoldaten in der Isaf sprechen.

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