Afghanistan-Einsatz
Nato findet keine Kämpfer

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die Forderung an Deutschland und andere Nato-Partner bekräftigt, Kampftruppen in den umkämpften Süden Afghanistans zu schicken. Mit seinem Wunsch stößt er jedoch auf Ablehnung bei Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und Budeskanzlerin Angela Merkel. Doch das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein.

VILNIUS. Die Lücken in der 43 250 Mann starken Nato-Schutztruppe Isaf müssten endlich geschlossen werden, sagte er bei einem informellen Nato-Treffen in Vilnius. Mit seinem Brief aus der vergangenen Woche fühlt er sich jedoch missverstanden. „Ich finde die Aufregung über das, was ich gesagt oder geschrieben habe, übertrieben“, sagte Gates. Er habe nur gebeten, zu schauen, ob auch die anderen Verteidigungsminister sich noch anstrengen können und zusätzliche Soldaten finden. „Es gab keine Forderungen, die Briefe waren sehr sachlich und, finde ich, auch freundlich.“

Zuvor hatte der US-Verteidigungsminister vor einer Spaltung des Bündnisses in opferbereite und kampfscheue Länder gewarnt. Sein deutscher Amtskollege Franz-Josef Jung und Bundeskanzlerin Angela Merkel wiesen die Kritik ungewöhnlich deutlich zurück.

„Ich bin sehr besorgt, dass aus der Allianz ein zweigeteiltes Bündnis wird, in dem manche Partner bereit sind, für den Schutz der Menschen zu kämpfen und zu sterben, und andere nicht“, hatte Gates während einer Anhörung im US-Senat gesagt. Bislang seien außer den US-Soldaten nur die Kanadier, Briten, Australier, Niederländer und Dänen „wirklich draußen an der Front und kämpfen“. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen oder sogar verstärken, könne dies einen Schatten auf die Zukunft der Nato werfen, warnte Gates.

Jung zeigte sich über die Kritik aus Washington verwundert. Eine drohende Spaltung der Nato könne er nicht erkennen, sagte er. Die Allianz habe eine „Gesamtverantwortung“ für Afghanistan, betonte Jung. Die Bundeswehr werde ihren Einsatz im Norden des Landes fortsetzen und im Sommer auch eine Schnelle Eingreiftruppe stellen.

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