Afghanistan-Einsatz
Obama will die militärische Wende

US-Präsident Barack Obama will offenbar bis zu 35 000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan schicken und so die militärische Wende schaffen. Zugleich plant er eine klare Begrenzung des US-Engagements und erwartet, dass die Verbündeten ebenfalls bis zu 10 000 weitere Soldaten entsenden.
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WASHINGTON. Die Nato will vor einer Entscheidung zunächst nähere Details aus Washington abwarten. Beim gestrigen Treffen des Nato-Rats hätten Obamas Pläne noch keine Rolle gespielt, sagte ein Diplomat. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte schon im Vorfeld die Bereitschaft signalisiert, die deutschen Truppen aufzustocken.

Zwar will Obama seinen neuen Kurs erst Anfang nächster Woche in einer Fernsehansprache bekannt machen. Doch sickerten gestern bereits Details durch. Danach hat sich offenbar die Linie von Verteidigungsminister Robert Gates durchgesetzt, der auf eine deutliche Erhöhung der Truppenstärke gedrängt hatte.

Derzeit sind 68 000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert. Ihre Zahl könnte auf 100 000 anwachsen. Die anderen Nato-Verbündeten stellen rund 42 000 Soldaten. Der britische Premier Gordon Brown sagte gestern, weitere 5000 könnten folgen. Damit würden die amerikanischen Wünsche jedoch nur zur Hälfte erfüllt.

Obama sagte gestern in Washington, dass er in Afghanistan „den Auftrag zu Ende bringen“ wolle. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass Washington nach einem Weg sucht, der ein Ende des Einsatzes erkennbar macht. Der US-Präsident trägt damit auch jener Fraktion um Vizepräsident Joe Biden Rechnung, die schon lange eine Verschlankung des Engagements fordert. Biden glaubt, dass sich die USA auf die Terrorbekämpfung konzentrieren sollten.

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