Afghanistan-Einsatz
USA weisen Karsais Vorwürfe kategorisch zurück

Der Stimmung zwischen den Verbündeten ist schlecht: Die USA weisen die Verschwörungstheorien des afghanischen Präsidenten Karsai empört zurück. Und wieder sterben Amerikaner am Hindukusch.
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Kabul/WashingtonDie US-Regierung hat Andeutungen des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai über eine mögliche Verschwörung der USA mit den Taliban vehement zurückgewiesen. „Jede Andeutung, dass das Weiße Haus mit den Taliban konspiriert, ist kategorisch falsch“, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Montag (Ortszeit) in Washington. Karsai hatte am Sonntag gesagt, die USA und die Aufständischen versuchten, vor dem Abzug der ausländischen Kampftruppen aus Afghanistan 2014 ein Klima der Angst zu schaffen.

Karsai unterstellte den USA zudem tägliche Verhandlungen mit den Taliban ohne Beteiligung seiner Regierung, was die USA ebenfalls dementierten. Die Äußerungen Karsais fielen, während sich der neue US-Verteidigungsministers Chuck Hagel in Afghanistan aufhielt. Eine gemeinsame Pressekonferenz Hagels und Karsais am Sonntag wurde abgesagt. Ebenfalls abgesagt wurde die für den Vortag geplante vollständige Übergabe des US-Gefängnisses Bagram an die Afghanen.

Bei einem Hubschrauberabsturz in der südafghanischen Provinz Kandahar wurden nach Angaben aus Nato-Kreisen fünf US-Soldaten getötet. Die Nato-geführte Schutztruppe Isaf teilte am Dienstag mit, zum Zeitpunkt des Absturzes in der Nacht zuvor habe es keine Berichte über feindliche Aktivitäten in der Gegend gegeben. Aufständische töteten in der südafghanischen Provinz Helmand nach Angaben der Behörden vom Dienstag sechs Zivilisten, darunter fünf Frauen.

Die Zahl der Toten bei einem Insider-Angriff auf einer afghanisch-amerikanischen Militärbasis in der an Kabul angrenzenden Provinz Wardak stieg unterdessen auf zehn. Der Gouverneur des Distrikts Dschalres, Nakibullah Haidari, sagte, der Angreifer sei seit über einem Jahr Polizist gewesen.

Auf der Basis habe er am Montag mit einem auf einem Kleinlaster montierten Maschinengewehr das Feuer eröffnet. Außer dem Angreifer seien bei dem anschließenden Gefecht zwei US-Spezialkräfte, drei Soldaten einer afghanischen Spezialeinheit, zwei Polizisten und zwei Zivilisten getötet worden.

Das Rote Kreuz sieht anders als die Isaf keine Verbesserung der Sicherheitslage in Afghanistan. In dieser Beurteilung „weichen wir von der Isaf ab“, sagte der Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Yves Daccord, am Dienstag bei einem Besuch in Neu Delhi. Der direkte Zugang zu Menschen sei für die Helfer schwieriger als noch vor einem Jahr.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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