Afghanistan
Elf Tote bei Raketenbeschuss einer Hochzeit

In einem afghanischen Dorf kamen nach einem Beschuss mehrere Besucher einer Hochzeit ums Leben. Zum Anschlag bekennt sich niemand – Taliban und afghanische Streitkräfte beschuldigen sich gegenseitig.

KabulBeim Raketenbeschuss einer Hochzeit sind in der nordwestafghanischen Provinz Fariab elf Menschen getötet worden. Das sagte der Sprecher des Gouverneurspalastes, Ahmed Dschawed Bedar, am Freitag. Der Vorfall habe sich bereits am Donnerstagnachmittag ereignet. Unter den Toten seien Frauen und Kinder. Zwölf Menschen seien verletzt worden, darunter auch die Braut.

Wer die Rakete abfeuerte, blieb zunächst unklar. Provinzsprecher Bedar sagte, in der Gegend sei ein Militäreinsatz gegen die radikalislamische Taliban im Gange. Provinzratsmitglied Sibchatullah Sailab sagte, das Dorf sei unter der Kontrolle der Taliban, und nun beschuldigten Taliban und Sicherheitskräfte sich gegenseitig.

Nach einem jüngst veröffentlichten Bericht der UN sind die afghanischen Streitkräfte zunehmend für zivile Opfer verantwortlich. Bis Ende Oktober seien 23 Prozent aller Toten und Verletzten auf ihr Konto gegangen – ein Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Die Taliban sind verantwortlich für 61 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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